Entlang der Ostsee bis nach Danzig und vielleicht auch weiter

03.07.2022 bis 13.07.2022
km-Stand. 196.465
km-Stand: 198.453
gefahrene Kilometer: 1988 km

Da ich regelrecht genötigt wurde von allen Seiten, wieder einen Blog zu schreiben, tue ich es nach anfänglichen Schwierigkeiten. Ich habe nur einen Laptop eingepackt, da ich ja eh unterwegs immer ein bisschen arbeite, musste dann feststellen, dass ich überhaupt kein Bildbearbeitungsprogramm drauf habe und Torte muss mir wieder seinen Hotspot geben.

Start am 03.07.2022 um 07:40 Uhr von Zuhause
km-Stand. 196.465
Ankunft in Greifswald 14:40 Uhr
km-Stand: 196.911
gefahrene Kilometer: 446 km

„GPS-Signal“ verloren, die Route wird neu berechnet, waren heute morgen die ersten Worte unseres Navigationssystems namens Else.

Wir waren sehr unentschlossen dieses Jahr, was unser Reiseziel anging. Warum auch immer, ist es jetzt die polnische Ostsee geworden. Wir lassen uns ein bisschen treiben und entscheiden jeden Tag spontan wie es weitergehen wird.

Ich habe fast die ganze Fahrt geschlafen, wahrscheinlich noch die Nachwirkungen der Abifeier unserer Tochter Lea. Einmal wurde ich unsaft aus meinem Alphazustand durch lautes Hupen von Herrn P. geweckt. Wir sind überholt worden und von vorne kam eine Motorradherde. Na das hätte ganz böse ausgehen können. Aber sonst war die Fahrt total entspannt, es war erstaunlich leer.

Wir stehen in Greifswald wieder auf dem gleichen Platz wie bei Beginn unserer Baltikumreise im Jahr 2018. Damals kostete die Nacht 15 €, jetzt 20 €. Aber es wurde wirklich invenstiert und Einiges neu gemacht. Hier wurde das Lenoleum mit kleinem Fliesenmuster einfach an die Wände gemacht, anstatt auf dem Fußboden. Von Weitem siehr es sogar cool aus – nur leider getrickst – aber das konnten die „Ossis“ schon immer gut.

Hier sind noch ein paar Impressionen von Greifswald. Wir mussten natürlich ein DDR-Softeis essen. Es schmeckt wirklich wie damals. Da kommen Kindheitserinnerungen hoch.

Heute passiert nicht mehr viel. Morgen geht es dann auf nach Polen.

Montag, 04.07.2022
Fahrt nach Miedzyzoroje über Wolgast und Usedom
gefahrene km: 99 km

Also der Tag fing aufregend an. Wir ließen uns von der netten Polizistin noch den Weg erklären und ab ging es über Wolgast, Usedom nach Swinemünde und bis nach Miedzyzoroje.

Der Tag war gestern schon 21 Uhr zu Ende. Dann fing es auch an zu regnen und zwar die ganze Nacht. Richtig mit Gewitter und Donner. Wir sidn zwischendurch immer wieder aufgestanden um die Fenster zu schließen. Ich hatte eine nasse Bettdecke, da ich genau unter dem Fenster liege. Der Badfußboden war auch nass und aus dem Loch wo das SAT-Kabel durchgeht, kam auch Wasser raus. Also die Nacht haben wir gefühlt kaum geschlafen. Am nächsten Morgen lachte uns wieder die Sonne an. Nach einer Dusche und einem Frühstück sind auf Richtung Polen. Nach 500 m war die Fahrt erst einmal zu Ende. Wir waren auf der falschen Abbiegespur und ohne nachzudenken fährt Herr P. mal rückwärts und es knallt natürlich. Die gute Frau hinter uns in ihrem alten demolierten Skoda schaute einfach zu, wie wir nach hinten fuhren ohne eine Reaktion, nicht mal hupen. Dann fuhren wir die nächste Möglichkkeit alle rechts an in eine Bushaltestelle und schauten uns den Schaden an ihrem Auto an. Das Auto hatte diverse Beulen und Kratzer im gesamten Vorder- und Seitenbereich. Jetzt kommt noch ein zerbeultes Kennzeichen, ein verbeulter Kühler und eine Delle in der Haube dazu. Bei uns war nichts zu sehen. Sie bestand dann drauf die Polizei zu rufen. Ist ja auch richtig. Die Polizei kam recht schnell und nahm alles auf. Wahrscheinlich kommt auf uns noch ein Bußgeld, da man ja nicht wirklich rückwärts fahren sollte in einer Abbiegespur.

Durch Zufall haben wir in Katzow bei Wolgast einen coole Skulpturenpark entdeckt. Wir haben gewendet und sind auf das Feld gefahren um die Kunstwerke zu betrachten. https://de.m.wikipedia.org/wiki/skulpturenpark_Katzow Hier einige Eindrücke:

Auf Usedom haben wir keinen Stop gemacht, es hat sich einfach nicht ergeben. Also direkt über Ahlbeck nach Swinemünde. Unglaublich, was dort für Menschen zu Fuß unterwegs waren.

Wir hatten überhaupt ein Bedürfnis anzuhalten und sind direkt durchgefahren nach Miedzyzoroje auf einen Stellplatz direkt am Meer. Camper Park Beach, Promenada Gwizd 15, Miedzyzoroje. Kosten für 1 Nacht: 160 PLZ (34 €), ein wirklich stolzer Preis, aber wir haben Meerblick. Leider ist der Platz eingezäunt und man fühlt sich wie im Zoo, wo die Fußgänger reinstarren können. Es fehlt nur ein Schild: Füttern verboten.

Hier einige Strandbilder. Jetzt bitte nicht neidisch werden. Ihr habt bestimmt auch bald Urlaub.

Nachher gehen wir noch einmal an den Strand um den Sonnenuntergang zu genießen. Morgen früh geht 04:38 Uhr die Sonne auf. Da will ich natürlich am Strand sein. Ich hoffe, ich verschlafe es nicht. Danach kann ich ja noch ein paar Stunden schlafen. Am Abend haben wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang bei einer Flasche Rotwein erleben dürfen.
Schaut selbst:

Dienstag, 05.07.2022
Fahrt von Miedzyzoroje über den Nationalpark Wolinski nach Kolberg
km-Stand: 197109
gefahrene km: 99

Die Nacht war von dauerhaftem Wellengang begleitet und recht laut dadurch. Ich bin tatsächlich 04:15 Uhr aufgestanden und ans Meer gegangen. Leider war der Sonnenaufgang um 04:36 Uhr nicht so traumhaft, wie erhofft. Aber es war sehr angenehm und mild.

Dann bin ich wieder ins Bett gekrochen und habe noch 4 Stunden geschlafen. Leider haben sich die Mücken an mir satt gesaugt. Ich bin am ganzen Körper zerstochen und könnte mich immerzu kratzen. Ich habe dann am Strand noch eine kleine Yogaeinheit eingelegt und dann gab es Frühstück.

Unser nächstes Ziel lag nur 8 km entfernt, der Nationalpark Wolinski. Wir dachten eigentlich, dass ich dort auf mein SUP steigen kann, aber es ist ein Naturschutzgebiet und völlig ungeeignet für SUP. Wir haben eine kleine Waldbaden-Einheit dort in diesem herrlichen Wald eingelegt. Im Wald sind wunderschöne große Kiefern, Eichen- und Buchenbäume. Wirklich zauberhaft.
Hier einige Bilder:

Um ein bisschen voran zu kommen, haben wir uns als nächstes Ziel Kolberg ausgesucht. Zwischenduch haben wir das erste Mal getankt, denn wir wollten nie wieder ohne Diesel stehen bleiben. Das war uns letztes Jahr eine große, teure Lehre. Der Liter hat umgerechnet 1,78 € gekostet. Auch nicht wirklich sehr günstig. In Kolberg stehen wir auf einem schönen, großen, modernen Campingplatz direkt an einer Hauptstraße. Mal schauen, wie die Nacht wird. Zum Strand sind es ca. 10 Minuten zu Fuß. Der Strand war sehr voll. Es findet gerade ein großes Beachvolleyball-Turnier statt.

Heute haben wir erfahren, dass inzwischen alle Fahrzeuge seit letztem Jahr Maut bezahlen müssen in Polen, wenn sie bestimmte Autobahnen und Schnellstraßen befahren. Wir konnten leider keine genauen Informationen finden, was wir genau tun müssen, denn wir sind weit über 3,5 Tonnen. Dafür muss man irgendwo eine Box kaufen, wo ein Guthaben aufgeladen wird. Wir müssen mal schauen, ob wir diese Bezahlstraßen meiden können, wenn wir solch eine Box nicht erwerben können, denn sonst könnte es verdammt teuer werden. Vielleicht kann uns jemand einen Tipp geben, der das hier liest!

Jetzt lassen wir den Abend langsam ausklingen und machen morgen Kolberg unsicher.

Mittwoch, 06.07.2022
gefahren km = 0, aber dafür Fahrrad gefahren

Heute war ein super entspannter Tag. Es hat die ganze Nacht geregnet und der Vormittag war auch sehr durchwachsen und es gab immer wieder Schauer. Wir haben einen guten Moment abgepasst und sind mit unseren Fahrrädern (mein Klapprad und meinem Mountainbike) in die Altstadt gefahren. Torsten ist inzwischen mit meinem Mountainbike unterwegs, da sein Mountainbike ja im letzten Jahr auf dem Stellplatz in Stockholm nachts gestohlen wurde. Dank Mama haben wir noch ein Klapprad, auf dem ich inzwischen super gerne fahre. Es hat zwar nur drei Gänge, aber hier ist auch alles super flach.

In der Stadt angekommen, kamen uns viele Erinnerungen an unsere Baltikum-Reise im Jahr 2018. Vieles haben wir wieder erkannt. Hier einige Impressionen der Stadt mit einem wunderschönen Park. Wir haben sehr gut gegessen im Restaurant zu den zwei Schwänen. Ich hätte gerne Piroggen gegessen, doch diese waren leider ausverkauft.

Die Hafenstadt Kolberg liegt an der Mündung der Parsta und ist ein bekanntes Sol- und Kurbad an der Ostsee. Schon im 9. Jhd. wurden die in Kolberg reichlich vorhandenen Solequellen genutzt, um das weiße Gold zu fördern. Die historische Altstadt wurde 1945 umfassend zerstört. Die unter anderem renovierte Marienbasilika aus dem 14. Jahrhundert mit ihren wertvollen mittelalterlichen Kunstwerken ist sehr sehenswert.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Leuchtturm, der im 17. Jhd. errichtet und nach dem Zweiten Weltkrieg als eines der ersten Gebäude wieder aufgebaut wurde. An seiner Stelle befand sich einst ein Ford als der Teil der Befestigungsanlagen des alten Kolberg sowie eine Lotsenstation.

Wir haben uns durch die volle Stadt bis zum Leuchttum gekämpft. Das Gebiet darum hatte rummelähnlichen Charakter. Sehr nervig für uns. Wir sind schnell weitergezogen immer am Wasser entlang wieder zurück zum Campingplatz. Unterwegs hatten wir uns wieder kleine, leckere Kuchenstückchen mitgenommen. Der Kaffee am Nachmittag muss im Urlaub immer sein.

Danach sind wir noch einmal an den Strand mit den Fahrrädern gefahren. Es war sehr windig heute. Wir hatten auch nicht das Bedürfnis ins Wasser zu gehen. Laut Wetterbericht wird das Wetter die nächsten Tage sehr durchwachsen sein. Mal schauen, ob wir bis nach Danzig fahren werden, denn auf schlechtes Wetter haben wir überhaupt keine Lust. Morgen früh wird es weitergehen, wir sind gespannt, wo wir landen werden.

Donnerstag, 07.07.2022
km-Stand: 197332
gefahrene km: 223

Die Nacht hat es wieder geregnet und am Vormittag hat es weiter genieselt. Wir sind gegen 11 Uhr vom Platz gerollt und haben als erstes eine große Tankstelle anvisiert. Leider gab es große Spachprobleme und auch bzgl. der Maut konnte man uns nicht helfen. Man hat uns an die nächste große, rote Tankstelle mit Namen Orlen geschickt. Dort hat man uns nur eine Karte gezeigt mit den mautpflichtigen Straßen, der A1 und A4. Aber eine Box konnte man uns auch nicht verkaufen. Wir fahren einfach so wie wir denken und werden vorauss. überhaupt nicht in diese Gegenden kommen.
Die Fahrt um Koszalin war etwas stubbelig, da dort die neue Autobahn aufhört und wir ein Stück direkt durch die Stadt mussten, wieder durch gefühlt 1000 Kreisel. Die meisten Polen meinen sie sind Rennfahrer und halten nur drauf und überholen an unmöglichen Stellen. Es gab einige Hubkonzerte von Herrn P., um seinen Unmut auszudrücken.

Auf der Strecke haben wir mehrere Störche und Storchennester gesehen. Leider war das schwierig beim Vorbeifahren sie aufzunehmen.

Einen kurzen Zwischenstopp haben wir in Dorlowo (Rügenwalde) direkt an der Küste gemacht. Dort haben wir uns kurz die Innenstadt mit schachbrettartig angelegten Gassen angeschaut.Die gotische Marienkirche stammt aus dem 14. Jhd. Hier kommt ursprünglich die Rügenwalder Teewurst her. Die alte Hansestadt ist noch komplett erhalten. Es fing wieder an zu regnen und dann sind wir weiter mit dem Ziel Leba.

Jetzt befinden wir uns im Slowinski Nationalpark. Hier befinden sich die berühmten Wanderdünen, die ein sogenannter frührer ökoligischer Sündenfall sind. Vor 800 Jahren holzten hier die slawischen Ureinwohner den jungen Eichenwald ab mit verhängnisvoller Wirkung. Der Seewind setzte den Sandstrand landeinwärts in Bewegung, türmte ihn auf, begann den gelichteten Wald zu verschütten. Die Dünen begannen ganze Dörfer unter sich zu begraben. Momentan regnet es noch stark, wir sind sehr unsicher, ob wir uns morgen zu den Wanderdünen aufmachen werden.

Wir haben ein idyllischen Platz am Yachthafen von Leba gefunden. Wir stehen ziemlich alleine, direkt am Wasser. Der erste Versuch zu parken wurde schnell revidiert,da unser Lkw sich in den weichen Boden eingrub. Da wären wir immer tiefer gesunken, gerade bei dem Regen. Zum Glück haben wir teilgepflasterte Plätze entdeckt und haben umgeparkt. Der Platz kostet die Nacht mit Strom 102 PL. Wir haben kurz die Umgebung zu Fuß erkundet. Wir sind nur wenige Meter von einem wunderschönen Strand entfernt. Nur leider regnet es.

Heute passiert nicht mehr viel. Beim Fahren kam eine Gardinenleiste runter, die Torte noch repariert hat und jetzt lassen wir den Abend entspannt ausklingen. Mit etwas Glück hört gegen 21 Uhr der Regen auf und 21:26 Uhr soll die Sonne untergehen. Vielleicht passt es noch mit einem tollen Sonnenuntergang.

Hier noch einige Impressionen:

Freitag, 08.07.2022
Leba
ca. 25 km Fahrrad gefahren

Wir lassen einen wunderschönen Tag jetzt langsam ausklingen. Ich bin 4 Uhr aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu betrachten, leider war er nicht spektakulär. Aber dennoch war ich am Strand, es war total schön, so fast alleine am Meer zu sein. 5 Uhr lag ich wieder im Bett, denn ich wusste nicht, was ich noch 3 Stunden alleine machen sollte.

Nach dem Frühstück haben wir unsere Fahrräder geschnappt und sind 8 km reingefahren in den Slowinski Nationalpark. Der Wald ist einfach zauberhaft, man darf von den Wegen nicht abweichen. Allein die Fahrt dort entlang war unglaublich schön, auch wenn es wie Völkerwanderung war. Die meisten waren zu Fuß unterwegs. Wir waren so froh, dass wir unserer Räder dabei haben. Ich glaube, 2 x 8 km wären wir nicht gegangen. Unterwegs gab es 2 Stationen, wo man in eine kleine Bahn hätte einsteigen können. Der Zugang zu dem Nationalpark hat 14 Pl für 2 Personen gekostet. Angekommen an den Dünen habe wir noch 20 PL für das Parken der Fahrräder bezahlt. Uns bot sich ein unbeschreiblich schönes Naturschauspiel. Wir waren in der polnischen Sahara mit bis zu 42 m hohen Wanderdünen. Auf einer Gesamtfläche von etwa 18.000 ha sind die Hauptattraktion die Wanderdünen, die jährlich rund 10 Meter vom Winde verweht werden. Der Tag heute war bisher wirklich unser Highlight. Wir haben wieder unsagbares Glück mit dem Wetter.

Ich kann mich kaum entscheiden, daher hier sehr viele Bilder.

Gegen 13 Uhr waren wir wieder auf dem Rückweg uns sind eingekehrt. Dort habe ich Hering mit Sahne und Ofenkartoffel gegessen. Es hat mich an den Heringssalat von meiner lieben Omi erinnert, den es immer an Weihnachten gab. Er war sehr lecker.

Am Nachmittag haben wir uns die trubelige Stadt angesehen. Ein Kitschladen am nächsten und viel Lärm. Das brauchen wir einfach nicht. Wieder mit Kuchen bewaffnet sind wir zurück zum Hafen. Dort haben wir dann noch unseren Aufenthalt für 1 Nacht verlängert. Tagsüber wurde heute eine riesige Bühne am Hafen aufgebaut. Momentan laufen die Bandproben. Na das kann ja eine lustige Nacht werden. Hoffentlich spielen die dort nicht bis in die Puppen.

Gleich gibt es Abendbrot, echte polnische Piroggen und Salat. Danach geht es noch einmal an den Strand.

Samstag, 09.07.2022
Fahrt von Leba nach Danzig
gefahrene km bei Ankunft in Danzig: 197456
gesamt: 124 km in 3 Stunden

Sonnenaufgang über Leba

Eigentlich gibt es heute nicht viel zu berichten. Die Nacht war nicht so gut, wir waren ständig wach. Ich bin wieder 4 Uhr aufgestanden und habe einen sehr schönen Sonnenaufgang genossen. Dann habe ich noch 4 Stunden geschlafen. Nach dem Frühstück sind wir los gefahren nach Danzig. Wir dachten 124 km sind doch schnell gefahren, aber nix war. Die letzten 50 km nur stop and go. Wir dachten, wir kommen nie an…

Zwischendurch haben wir eine Tankstelle entdeckt, wo ein E-Toll Hinweis war. Wir sind sofort auf den Hof gefahren und haben gedacht, jetzt bekommen wir alle Infos. Aber der Kassenmensch stellte sich total dumm. Er verstehe überhaupt nichts. Wir haben wieder aufgegeben und sind einfach weiter gefahren, in der Hoffnung nicht erwischt zu werden.

Angekommen auf dem Campingplatz Stogi 118 haben wir sofort einen tollen großen Platz (86) eingenommen. Es ist fast die gleiche Stelle wie 2018. Wir haben gleich 2 Nächste gebucht für 190 Pl. Bei näherem betrachten erweist sich der Platz als katastrophal. Direkt neben uns ist ein volltrunkener, bekiffter Holländer, der die ganze Zeit Techno hört und alle Leute anquatscht. Die Worte, die er deutsch spricht sind: Arbeit macht frei und heil Hitler. Gegenüber über eine lauthalse Familie, die auch nur Party macht. Wir stellen uns auf eine laute, nervige Nacht ein. Wir stellen gerade fest, dass wir von den anderen Plätzen so unglaublich verwöhnt sind. Auch die Strände waren traumhaft, was man von dem hier vor Ort nicht sagen kann.

Heute Abend haben wir gegrillt.

Wir haben uns gerade 2 x 24-Stunden-Tickets (36 PL) für Danzig gekauft, da es keine Einzeltickets gibt. Na egal, dann können wir den ganzen Tag mit der Tram durch die Gegend fahren. Morgen ist also Sightseeing in Danzig angesagt. Das Wetter steht mal wieder auf Regen. Heute war auch Regen angesagt, aber es blieb trocken. Vielleicht haben wir morgen auch Glück.

Heute gibt es Sonnenuntergangsbilder und morgen früh keine Sonnenaufgangsbilder.

Sonntag, 10.07.2022
keine gefahrenen km, nur viele km zu Fuß zurückgelegt in der Altstadt von Danzig

Die letzte Nacht war echt grenzwertig. Bis nach 2 Uhr morgens war hier Lärm auf dem Platz. Ich hatte mit sicherheitshalber Oropax in die Ohren gesteckt. Am Morgen fing es gleich an zu regnen und bis 12 Uhr blieben wir im Womo. Dann haben wir alle Regensachen zusammengepackt und sind nach einem heftigen Schauer los zur Tram gegangen. Mit der Nr. 8 und 9 kommt man bis in das Zentrum und steigt am besten Station Brama Wizynna aus. Dann befindet man sich sofort im Zentrum der Altstadt. Die Stadt war natürlich sehr voll und irgendwie konnten wir den immer wieder kehrenden Schauern gut umgehen. Die Stadt ist sehr laut und trubeling.

Wahrscheinlich, wenn man sih für Geschichte interessiert auch super interessant. Die ehemailige Hafenstadt wird als „Königin der Ostsee“ bezeichnet. Mich haben die farbenfrohen und reich verzierten Bürgerhäuser sehr fasziniert. Daher auch ganz viele Bilder dieser Häuser nachfolgend:

Bis 18 Uhr ungefähr hielten wir uns in der Altstadt auf und fuhren dann wieder mit der Tram zurück nach Stogi. Wir haben tagsüber lecker gegessen und so das Abendbrot ausfallen lassen. Inzwischen regnet es wieder heftig und gewittert sehr stark. Mal schauen, wie der Tag morgen wird, dann brechen wir auf in die Kaschuben.

Montag, 11.07.2022
von Danzig: 197.456
nach Czaplinek: 197.721
gefahrene km: 265

Die zweite Nacht in Danzig war etwas ruhiger, da es die ganze Nacht geregnet und gewittert hat. Wir hatten am Vortag alles bereits im Trockenen eingepackt, so dass wir nach dem Frühstück entspannt losgefahren sind.

Bis zu dem Ort in den Kaschuben, Kartuz, waren es nur 40 km. Nur diese haben wir leider im Schneckentempo zurückgelegt. Gefühlt waren wir stundenlang unterwegs. Das Gebiet der Schweizer Kaschuben ist sehr gewässerreich und wird auch „Blaues Ländchen“ bezeichnet. Das kaschubische blaue Geschirr mit weißen Punkten. Leider war es uns nicht möglich irgendwo in diesem Gebiet zu halten und uns alles anzusehen. Es gab nur sehr wenige Parkplätze für Pkw, geschweige denn für unser Monster. Also haben wir uns von einem Ort zum nächsten gehangelt, in der Hoffnung anhalten zu können. Die Kaschuben sin dein slawischer Volksstamm, westlich von Gdynia. Doch das Bauern- und Fischervölkchen behauptete sich gegen Germanisierung und Polonisierung. Es gibt geschätzte 450.000 Kaschuben, mit ihrer eigenen Sprache. In Danzig gibt es einen Studiengang Kaschubistik. Die Männer trugen früher im Winter einen Pelz, die Ka schuba.

Also sind wir ohne Stop nur gefahren, immer die 20 lang bis Czaplinek. Dort gibt es einen tollen Stellplatz am Drawsko See. Ein toller Platz, mit Blick auf den See. Schau selbst:

Die Nacht kostet 110 PL, bisher der teuerste Platz, aber auch wirklich sehr neue Waschanlagen und sehr gepflegt. Ich habe als erstes mein SUP ausgepackt und aufgepumpt. Ich musste wenigstens einmal auf dem Brett stehen. Es gibt auch einen idealen Einstieg, aber leider war es extrem windig. Ich konnte kaum im Stehen fahren. Zur Sicherheit habe ich auch eine Schwimmweste angezogen. Der See ist ganz schön groß und tief.

Viel mehr gibt es nicht zu berichten. So langsam geht es wieder Richtung Heimat.

Dienstag, 12.07.2022
gefahrene km: 136
ab Czaplinek 197.721
an Kobylaka bei Stargard 197.857

Der Platz in Czaplinek war sehr schön sauber, gepflegt und ruhig. Wir hätten sogar ein Jakuzzi nutzen können. Ich bin relativ früh aufgestanden, um auf dem Steg zu Meditieren und Yoga zu machen. Es war idyllisch. Das Wetter war so perfekt gleich am Morgen, dass wir uns noch einmal das SUP geschnappt haben. Es war das erste Mal für Torsten. Er macht eine richtig gute Figur. Auf dem See ist es sehr windig, daher haben wir uns beide nicht weit raus getraut. Wir wären ganz schnell abgetrieben.

Als nächstes Ziel haben wir uns Stargard rausgesucht. Da gibt es aber keine Stellplätze, als einen Ort weiter nach Kobylka. Wir sind die ganze Zeit auf der 20 gefahren und plötzlich ging die in die S20 über, die mautpflichtig ist. Zum Glück waren es nur wenige Kilometer, dann sind wir wieder abgefahren. Wir haben immer noch keine Tollbox und haben beschlossen, diese nicht für die paar Kilometer anzuschaffen. Wir werden versuchen die Schnellstraßen zu meiden. Wir sind nur sehr wenige Kilometer von der Grenze entfernt.

Den Stellplatz Hania haben wir nicht gleich gefunden, wir sind zuerst komplett durch den Ort gefahren und mussten wenden. Es war eine kleine unscheibare Einfahrt, die sehr zubewachsen ist. Von der Höhe her haben wir gerade so durchgepasst. Da wir sehr grenznah sind, sprechen hier schon mehr deutsch. Der gesamte Ort ist irgendwie in den 90ern stehengeblieben. Es war bestimmt mal ein schöner Urlaubsort, aber das muss schon lange her sein. Die Nacht kostet uns 100 PLN zzgl. Strom. Wir sin dein bisschen mit den Fahrrädern herumgefahren und haben den Abend bei Wein und Bier ausklingen lassen.

Mittwoch, 13.07.2022
gefahrene km werden nachgetragen
Ich bin wieder früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang um 04:54 Uhr zu erleben. ´Ich kann nur sagen, es hat sich gelohnt:

Die See war absolut ruhig. Da hätte ich super auf das SUP gehen können, nur leider war es verpackt.
Wir fahren heute wieder über die Grenze nach Deutschland. Mich zieht es heimwärts.

Wir sind immer der Straße 20 gefolgt bis Gryfino, dort befindet sich ein Grenzübergang. Wir haben nur nicht damit gerechnet, dass sich dort 2 Brücken befinden, wo wir nicht drunter passten. 3,40 m und 2,70 m sind für uns ohne großen Schaden einfach nicht machbar. Also mussten wir wieter fahren bis Stettin. Dort haben wir das letzte polnische Geld auf den Kopf gehauen.

Eigentlich wollten wir evtl. in Deutschland noch einen Zwischenstopp machen, aber die Personen, die wir besuchen wollten sind selber im Urlaub. Dann sind wir auf direktem Weg nach Haus gerollt ohne Probleme.

Insgesamt haben wir 1.988 km zurückgelegt. Es war eine tolle Reise, sehr entspannt. Dennoch ist es immer herausfordernd mit solch einem riesigen Gefährt unterwegs zu sein. Vor allem darf Herrn P. nichts passieren, denn ich kann und will das Teil nicht auf der Straße bewegen!

Nächstes Jahr werden wir voraussichtlich endlich nach Rumänien reisen. Wir fangen jetzt schon an zu planen. Ihr könnt gespannt sein.

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