Norwegen 2020

Freitag, 14.08.2020

Morgen ist es soweit. Der Scania ist gepackt. Ursprünglich sollte die diesjährige Reise nach Rumänien gehen, aber leider hat uns eine Virus einen dicken Strich durch die Reiseplanung gemacht. Jetzt haben wir uns spontan entschieden nach Norwegen zu reisen.

Wie wir feststellen mussten, gibt es auch Probleme mit der Einreise nach Norwegen. Wir wollten ursprünglich über den Landweg, über Dänemark, Schweden nach Norwegen, aber Norwegen hat einige Länder und Gebiete zur Risikogebieten erklärt, u.a. auch gesamt Schweden und die Mitte von Dänemark. Nun versuchen wir über Dänemark bis nach Hirtshals zu gelangen und nutzen die Mitte von Dänemark nur als Transit, ohne Stop. Bei Schweden würde uns das nicht gelingen. Kurzerhand haben wir gerade noch eine Fähre von Hirtshals nach Langesund gebucht (242 € inkl. 3 h Stunden Internet). Dann fiel uns ein, dass wir ja in Norwegen überall Maut zahlen müssen, also noch schnell registriert, damit es keine Probleme gibt.

Für Ende des Monats haben wir uns bei Ann-Kristin und Tore in Oslo angemeldet. Mal schauen, ob wir dort ankommen werden. Wir berichten.

Samstag, 15.08.2020
km-Stand: 1.188.032

Wir sind heute früh pünktlich 05:30 Uhr gestartet. Wir haben wahrscheinlich die ganze Straße aufgeweckt mit unserem Gefährt…Kaum 20 km gefahren kamm der erste Schreck in der Morgenstunde. Uns hat das Licht eines Blitzers bei Langelsheim aufschrecken lassen. Klar wissen wir, dass dort ein festinstallierter Blitzer steht, aber Herr P. hat nicht dran gedacht, dass er dort ja nur 60 km/h fahren darf mit dem Scania und wir waren bei ca. 86 km/h. Also viel zu schnell. Wir müssen noch ausknobeln wer die Strafe auf sich nimmt, denn der LKW ist auf meinen Namen zugelassen.

Wir fuhren reibungslos weiter bis kurz hinter Hamburg, dann ging der stockende Verkehr los. Besonders kurz von Flensburg wurde es immer langsamer. Wir fuhren genüsslich mit 60 km/h über den Nord-Ostsee-Kanal und schon wieder erschrak uns ein Blitzer. Neben uns fuhr ein Pkw. Wir hoffen nur, dass wir nicht noch ein Knöllchen bekommen. Dann kam der nächste Schreck: eine rote Kontrolleuchte blinkte auf. Kühlmittel prüfen. Also nächste Möglichkeit rechts runter. Das gesamt Kühlmittel war leer. Ich stellte mich mit Gießkanne auf die Damentoilette und versuchte diese zu füllen. Es dauerte ewig, da das Wasser nicht einfach lief, sondern immer Druck auf Wasserknopf, etwas Wasser kommt, dann geht der automatische Puster an. Dann wieder Knopf drücken und das Spiel von vorne. Wäre ich alleine gewesen, hätte mich das ja nicht gestört, aber die Leute wollten alle Hände waschen. So haben ich die dann immer dazwischen geschoben. Torte hat inzwischen den Fehler gefunden. Ein Schlauch ist durchgeschubbelt und somit defekt. Wir haben bei Scania angerufen und eine Vertretung ca. 28 km bei Flensburg gefunden. Sofort sind wird dorthin, in der Hoffnung heile anzukommen. Die Werkstatt war super und 1 Stunde später konnten wir vom Hof rollen. Man hatte dort einen Schlauch, der 5 Jahre auf uns gewartet hatte. (Man muss auch mal Glück haben). Dann sind wir vom Hof gerollt und nach 100 m leuchtete die Lampe wieder auf. Also umdrehen. Es musste noch 2 Mal Kühlflüssigkeit aufgegossen werden, bis die gesamte Luft raus war.

Die letzten Kilometer über die Grenze ging es nur im Schneckentempo. Gegen 15:30 Uhr sind wir endlich in Kolding auf einem Schotterplatz direkt am Hafen angekommen. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde. Wir stehen direkt in der ersten Reihe mit Blick zum Wasser. Wir sind dann noch zu Fuß in die Innenstadt gegangen. Niemand trägt hier einen Mund- und Nasenschutz. Es ist alles total entspannt. Ich freue mich schon auf morgen früh, ich werde direkt auf einer Wiese am Wasser Yoga machen.

Adresse Stellplatz: Kolding Yachthafen, Skamlingvejen 5, DK-6000 Kolding

Gefahrene Kilometer: 509

Sonntag, 16.08.2020
Fahrt von Kolding nach Hirtshals

Ich wurde heute morgen von der aufgehenden Sonne geweckt. Ich musste sofort raus und mir den Sonnenaufgang live ansehen. Seht selbst. Dann musste die Yogamatte auch mit raus und ich haben meditiert und ein paar Asanas gemacht. Es war traumhaft. Dann haben wir ganz gemütlich gefrühstückt, zusammengepackt und sind los in Richtung Hirtshals. Es war heute sehr warm, 34 Grad zwischenzeitlich. Die Strecke heute war nicht so spektakuläar, da wird direkt durch die rote Zone gefahren sind, ohne anzuhalten. Wir wollen ja in Norwegen einreisen und dort keine Probleme bekommen. Wir wurden heute auch nicht geblitzt, zumindest haben wir nichts bemerkt.

Irgendwie hat die Hitze unsere Navi und uns mächtig benebelt. Wir haben es einfach nicht geschafft zu dem Campingplatz am Hafen in Hirtshals zu finden. Jetzt stehen wir auf einem Parkplatz direkt vor dem Anleger der Color Line. Es wird wahrscheinlich sehr laut werden, aber wir sind platt und schlafen hoffentlich gut. Wir haben den Campingplatz dann später gesehen, hatten aber keine Lust noch einmal umzuparken, da wir durch viele Straßen einfach nicht durchfahren dürfen. Wir sind zu Fuß an den Strand gegangen und Torte ist noch Baden gegangen.

Jetzt haben wir Abendbrot gegessen und bereiten noch die Fährüberfahrt vor. Wir müssen früh raus morgen, die Fähre legt 09 Uhr ab.

Gefahrene Kilometer: 361

Montag, 17.08.2020
Überfahrt m it der Fähre von Hirtshals (DK) nach Langesund (N)

Wie gestern schon erwähnt haben wir uns die Nacht in die erste Reihe gestellt und waren überrascht über einen tosenden Lärm plötzlich. Eine Fähre der Color Line hatte angelegt und direkt vor unserer Nase kamen die ganzen Lkw’s rausgefahren. Es war total cool das mit anzusehen. Sie haben zwar ziemlichen Lärm gemacht aber es war sehr schön dies zu sehen. Zum Glück hat die Nacht dann keine Fähre mehr angelegt.

Um 05:30 Uhr sind wir von slebst aufgewacht. Eigentlich hätten wir noch 1 Stunde schlafen können. Dann haben wir uns langsam fertig gemacht und sind zu unserem Fähranleger, der Fjordline, gefahren. Hätten wir nicht erst besten Platz genommen, hätten wir sogar am Meer aufwachen können. In der Nähe des Anlegers waren viele freie Plätze. Hm, naja, beim nächsten Mal sind wir schlauer.

2 Stunden vor Abfahrt haben wir uns die Autoschlangen eingereiht. Dann hieß es wieder warten für den Check-In. Es ist spannend zu sehen, wie andere so reisetechnisch unterwegs sind. 15 Minuten vor Ablegen der Fähre konnten wir endlich auch drauf fahren. Alles Autos und Lkw’s dicht an dicht und alles muss schnell gehen. Wir hätten nie gedacht, dass die Fähre pünktlich ablegt, aber sie hat es geschafft. Es ist alles super gut durchgetaktet. Auf dem Schiff sollte man 1 m Abstand halten und einige Mund- und Nasenschutz getragen. Aber wenn nicht, hat es auch niemanden gestört. Auf der Fähre war es etwas nervig, da dort ununterbrochen Musik lief, egal wo man sich befand. Nach 4,5 Stunden sind wir bei schönstem, ruhigen, warmen Wetter in Langesund angekommen.

Die Runterfahrt verlief auch ohne Probleme. Heute wollten wir nicht wirklich weit fahren und sind auf den nächstgelegenen Campingplatz nach Stathelle Rongstrande gefahren. Wir haben einen Platz bekommen in der zweiten Reihe am Meer. Der Platz liegt wunderschön, umgeben von Felsen und Meer. Der Preis beträgt 240 NOK inkl. 2 x Duschen und feiem WLAN. Morgen müssen wir mal schauen, wie wir an Norwegische Kronen kommen. Der nächste Automat ist 5 km entfernt. Bei der Wärme wollten wir dort nicht hinlaufen. Das erst was wir gemacht haben, ist ins Wasser zu gehen. Ein herrlicher Strand. Hier werden wir den Abend bei einer Flasche Sekt ausklingen lassen (mal ein bisschen Romantik ;-}

So richtige Pläne für die nächsten Tage haben wir nicht. Wir wollen es ruhig angehen lassen. Morgen Richtung Kristiansund und dann langsam nördlicher in den Hardanger Nationalpark. Am 26. wollen wir in Oslo sein.

Gefahrene Kilometer: 20 km

Dienstag, 18.08.2020
Fahrt von Stadhelle nach Kristiansand

Gestern Abend haben wir es noch auf einem Felsen gemütlich gemacht und den Sonnenuntergang genossen. Es wurde recht schnell kühl als die Sonne weg war. Wir haben uns noch ein bisschen vor das WoMo gesetzt und die unglaubliche Ruhe genossen. Wir haben sehr ghut geschlafen. Num einen war es extrem ruhig und zum anderen schön abgekühlt, perfekt zum Schlafen. Ich bin 8 Uhr aufgestanden und und mit meienr Yogamatte unter dem Arm zum Ufer. Es war so wunderschön den Tag mit solch toller Kulisse und Yoga zu beginnen.

Schaltstation von Herrn P.

Wir haben noch in aller Ruhe gefrühstückt und sind dann vom Platz gefahren. Spätestens bei unserer Abfahrt waren alle wach. Wir mussten noch 150 NOK nachzahlen. Ich habe keinen Ahnung warum. Insgesamt hat uns der Platz 370 NOK (37 €) die Nacht gekostet.

Herr P. sagte schon am Vortag, dass wir unbedingt Luft auf die vorderen Reifen pumpen müssen. Nach wenigen Kilometern kam eine super chic ausgebaute, riesige Tankstelle. Wir natürlich sofort hin und haben nach längerem Gucken auch den Kompressor gefunden. Aber anstatt Luft aufzupumpen hat der Kompressor nur Luft aus unserem Reifen gezogen. Herr P. wurde immer nervöser, Wir haben uns Hilfe geholt, aber die konnten uns leider nicht helfen. Das Fazit war, dass das Gerät kaputt war. Die nächste Tankstelle war 40 Minuten entfernt. Uns blieb nichts anderen übrig, als weiter zu fahren. Die Tankstelle haben wir gefunden und auch den Kompressor. Das war so ein altes Ding, der noch mehr Luft aus unserem Reifen gesaugt hat. Anstatt mehr Druck draufzubekommen, wurde er immer weniger. Herr. P. wollte keinen Meter mehr fahren. Die Angestellte verwies uns dan an eine Reifenwerkstatt nur wenige Meter entfernt. Also sind wir dorthin. Der Monteuer war sehr nett, aber leider war sein Kompressor auch zu schwach auf der Brust. Dann hatte er einen Geistesblitz und noch einen größeren Kompressor. Den hat er dann aus der Ecke geholt und nach mehrmaligem Pumpen hat es dann funktioniert, dass wir 8,2 bar draufpumpen konnten. Das war wiede eim Schreck am Morgen. Aber alles gut, dann sind wir weiter in Richtung Kristiansand.

Das Wichtigste war für uns, einen Bankautomaten zu finden. Diesen haben wir dann in einer großen Mall in Kristiansand gefunden. Dort sind wir gleich noch einkaufen gegangen. Ich habe ein coole Hose gefunden, wo ich dachte es ist ein echtes Schnäppchen. Sie musste natürlich mit. An der Kasse habe ich mich lang gemacht. 1500 NOK für ein bisschen Essen und die Hose. Nach genauerem Hinsehen wurde mir für die Hose der volle Preis berechnet. Der war zu heftig, als wieder zurück. Der geduzierte Preis gilt nur für Kundenkarteninhaber. Das sind wir natürlich nicht. Echt blöd, wenn man die Sprache nicht übersetzten kann.

Wir hatten nur noch ca. 20 km zum ausgesuchten Stellplatz, doch die Fahrt dauerte gefühlt ewig, denn wir kamen in einen riesigen Stau durch die ganze Stadt. Dank Handynavi kamen wir dann am späten Nachmittag auf dem Platz an. Er liegt sehr abgelegen. Wir schauen direkt auf das Meer. Leider stehen wir nicht alleine, es stehen relativ Viele hier. Hier ist ein Hinweis, auf einen Parkautomaten. Die Nacht kostet 160 NOK. Alles geht wieder problemlos mit Kredikarte. Was machen eigentlich Menschen, die keine Kredikarte besitzen?

Wir sind dann noch zu Fuß in die Stadt gegangen, am Hafen entlang. Alles ist wunderschön angelegt und gepflegt. Es gibt viele öffentliche Plätze und Parks, wo Sport gemacht wird. Hier einige Impressionen:

Heute haben wir drinnen Abendbrot gegessen, es war uns zuviel Arbeit alles draußen aufzubauen. Manchmal sind wir auch faul.

Eben gerade kam die Polizei Kontrolle machen. Zum Glück haben wir den Platz bezahlt, nur wir haben gleich 3 Plätze eingenommen. Das fand die Politesse nicht gut. Sie war aber nett und wir haben umgeparkt. Jetzt schauen wir mal wo es morgen hingeht.

Gefahrene Kilometer: 167
Kilometerstand: 1.189.089

Mittwoch, 19.08.2020
Kristiansand entlang der E9 über Evje nach Bygland Reiarsfossen (Wasserfall)

Gestern Abend war noch ein ständiges Kommen und Fahren auf dem Platz. Es waren auch unglaublich viele Jugendliche dort, die den Abend auf den Felsen verbracht haben mit Chillen. Es war ein wunderschönes Fleckchen Erde. Toll, dass wir das entdecken durften. Die Nacht ging so. Ich war ständig wach. Um 05:45 Uhr lag ich wieder wach und musste einfach aufstehen. Habe mir meine Yogamatte geschnappt und bin auf die Felsen gegangen, wo wir zuvor abends gesessen hatten. Ich habe dort 2 Stunden verbracht, meditiert, Yoga gemacht und einfach nur das Leben genossen. Ich bin so unendlich dankbar für diese schönen Momente. Herr P. hat sie leider verschlafen.

Hier noch einige Impressionen vom Sonnenaufgang. Ein Video mit dem Sonnenaufgang ist auf Facebook und Instagram bzw. heute in meinem Status zu sehen.

Gegen 8 Uhr habe ich Torte geweckt und wir haben gefrühstückt und sind von dannen gezogen, ohne wirkliches Ziel, immer der E9 entlang über Evje. Zwischendrin haben wir noch einmal an einer Lkw-Reparaturstelle angehalten, um den Luftdruck noch einaml prüfen zu lassen. Die Vorderreifen sahen immer noch merkwürdig aus. Der Monteur war super nett und hat mit wenigen Handgriffen den optimalen Druck auf unsere Räder gebracht.

Wir haben einen kleinen Stop in Evje eingelegt, die Innenstadt einmal hoch und runter. Dort haben wir natürlich die obligatorische Postkarte für den Opa gekauft, geschrieben und abgeschickt (10 NOK die Karte, 46 NOK die Briefmarke). Postkarten versenden ist totaler Luxus, man gut, dass es Whatsapp gibt. Dann haben wir noch an einer Wildwasserstelle angehalten, siehe Bilder.

Wir wollten eigentlich wieder möglichst frei stehen, haben auch einen tollen Rastplatz entdeckt, aber dort darf man nur rasten und nicht schlafen. Also sind wir weiter und haben den nächsten Campingplatz angesteuert. Reiarsfossen, Osefeti 63, 4745 Bygland. Wir schauen drekt auf einen großen Wasserfall. Der Platz wird von einer Chinesin betrieben, alles ist wirklich uralt, schmuddelig und ganz schön bäh. Aber was soll es. Wir brauchen nur einen Stellplatz, alles andere haben wir dabei. Die Nacht kostet 250 NOK (25 €).

Und jetzt kommt das Highlight. Wir sind gewandert und ganz todesmutig auf Felsen rumgeklettert, um dem Wasserfall ganz nah zu kommen. Hier einige Bilder:

Ein Video ist in unserem Status heute zu sehen und auf Facebook. Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, einige Yogaübungen zu machen.

Wir sind in der letzten Stunde von ganz vielen Mücken zerstochen worden. Die Nacht wird bestimmt nicht lustig. Es ist auch recht laut, einmal natürlich der Wasserfall und zum anderen die E9 direkt 100 m von uns entfernt.

Gefahrene Kilometer: 121; das Wetter war auch heute wieder traumhaft

Donnerstag, 20.08.2020
Bygland über Haukeli nach Odda

Unerwartet haben wir sehr gut geschlafen. Die Sonne hat uns wieder strahlend erwartet. Ich bin noch 1 h an das Wasser gegangen und habe Yoga gemacht. Gegen 9 Uhr hat sich Herrr P. dann gerappelt.

Nach einem Frühstück und Reinigung des Womos sind wir los, weiter auf der E9, nach Haukeli. Die Fahrt war wieder sehr schön, mit einem kleinen Zwischenstopp bei einer wunderschönen Badestelle. Seht selbst, die Bilder sprechen für sich:

Eigentlich wollten nur bis Haukeli, aber die Stadt gefiel uns überhaupt nicht. Ein Souvenierstand der Samen (Lappen), ein Supermarkt und ein Kafe. Sonst nichts wirklich. Also ging es weiter nach Odda. Die Fahrt nach Haukeli ging sachte immer steiler bergauf. Alles kein Problem. Nach Haukeli wirde es immer spannender. Ein Tunnel nach dem anderen. Diese waren teilweise gesperrt, dann ging es einspurig mit Führungsfahrzeug durch den Tunnel und einmal mussten wir uns in die Autoschlange einreihen, um den Tunnel außen eine schmale, enge Straße entlang zu fahren. Inzwischen haben wir die schneebedeckten Berge erreicht. Wir sind ca. 1600 m hoch gefahren. Uns war überhaupt nicht bewusste wie hoch und eng das alles wird. Aber Torte hat das souverän gemeistert und ist gefahren als würde er täglich nichts anderen machen. Die letzten 20 km wurden immer rappliger, Herr P. auch. Es wurde Zeit, dass wir das Ziel erreichten. Wir fuhren durch Hardangervidda, die größte Hochebene Europas, ein karges, baumloses Plateau, geprenkelt mit zahlreichen Seen und weiten Moorflächen.

Endlich in Odda. Zuerst sind wir in das Zentrum gefahren, entlang an einem riesigen Wasserkraftwerk. Es sah imposant aus, aber leider war es die falsche Richtung, also irgendwo wenden und etwas außerhalb von Odda zum Campingplatz. Der Platz ist relativ klein, aber wunderschön direkt am Wasser gelegen. Wir haben noch einen Platz direkt am Wasser bekommen, seht selbst. Wir haben gleich 2 Nächte gebucht für 600 NOK.

Morgen ist Wandertag angesagt. Wir gehen zum 8 km entfernten Gletscher. Wir werden morgen berichten. Heute hat es das erste Mal ein bisschen geregnet. Es war aber schnell wieder vorbei. Hoffentlcih bleibt es morgen trocken. Gute Nacht.

Gefahrene Kilometer: 178
Kilometerstand: 1.189.434

Freitag, 21.08.2020
Wanderung oder besser Klettern zum Gletscher (18 km)

Die Nacht haben wir ganz geschlafen. Ich bin 7 Uhr aufgestanden um in Ruhe zu duschen. Der erste Gang war umsonst, denn ich hatte kein Geld dabei. Das Duschen kostet 20 NOK (2 €), hatten wir nicht gesehen. Also wieder über den ganzen Platz, zum Auto und Kleingeld gesucht. nach einer Weile bin ich fündig geworden, also wieder los. Hier ist alles zusammen für Frauen und Männer, also nicht wirklich getrennt. Ich habe eine ruhige Dusche nur für mich gefunden. Das Geld reingsteckt, aber leider kam kein Wasser. Das Geld war natürlich weg… Der Morgen fing nicht gut an. Ich musste unbedingt Haare waachen. Also habe ich meinen Kopf unter den Wasserhahn geklemmt und Haare gewaschen. Es war sehr umständlich, aber irgendwie ging es. Duschen dann also im Lkw.

Herr P. wurde auch langsam wach, schnell gefrühstückt und dann sind wir 09:00 Uhr aufgebrochen zu unserer Wanderung. 5 km ging es nur bergauf. Eine enge Straße entlang bis zu dem Parkplatz Buarbreen. Wenn wir mutig gewesen wären, hätten wir dort nächtigen können. Die Straße war super eng. Es gibt dort 40 Stellplätze, die Nacht kostet 150 NOK. Na egal, die ersten 5 km haben wir in 1 Stunde geschafft. Auf den Tischen standen dort Blümchen für die Wanderer.

Voller Elan dachten wir so, naja 3 km, schaffen wir in 1 Stunde. Das war leider nix. Wir waren nur am Klettern über Felsen, Bäche, provisorische Brücken und immer steiler nach oben. Es war wirklich eine Herausforderung. Man gut, dass wir feste Wanderschuhe an hatten. Nach 1,5 h hatten wir einfach keine Lust mehr und wollten schon aufgeben. Dann kamen ein paar Engländer und haben uns ermutigt weiterzugehen. Was wir dann auch getan haben. Nach wenigen Minuten fing es an zu regnen. Der Aufstieg wurde noch beschwerlicher. Aber so kurz vor dem Ziel wollten wir doch nicht aufgeben. Endlich nach insgesamt 3 Stunden haben wir den Berg erklommen.

Es regnete immer doller und wir mussten ja wieder zurück. Es gab keinen anderen Weg. Also Augen zu und los. Inzwischen haben lief das Wasser nur so die Felsen runter. Es war sehr gefährlich zwischendurch. Unterwegs sind wir einer Familie mit Kind auf dem Rücken und kleinem Kind an der Hand begenet. Eine Frau mit Hund kam auch noch. Die sind zum Glück auf halber Strecke umgekehrt. Das hätten sie nie geschafft. Wir stampften inzwischen durch die Fluten und das Wasser drang bis auf unsere Unterwäsche durch. Es half alles nichts. Da mussten wir jetzt durch. Mit total durchgenässten, quietschenden Schuhen gingen wir die letzten 5 km bis zum Campinglatz.

Geschafft. Nur jetzt irgendwie aus den Sachen rauskommen und versuchen alles zu trocknen. Zum Glück regnete es gerade nicht und wir spannten eine Wäscheleine. Es fing ganz heftig an zu stürmen und regnen. Also schnell alles wieder reingeholt. Dann sahen wir einen grünen Pavillon, der kurz davor war abzuheben. Herr P., der Retter in der Not hat das natürlich gesehen und ist sofort hin. Die Eigentümer waren natürlich nicht da. Der Pavillon war nur mit 4 Heringen gesichert. Dann hob er ab und wir konnten ihn gerade so festhalten. Andere Camper haben uns dann noch geholfen und Schraubanker festgemacht. Wir haben alle Seitenwände geöffnet, so dass der Wind da durchfegen konnte. Zwischenseitlich ist dort alles umgekippt und zerdeppert.

Wir sind so froh, dass wir soviel Platz haben und im Trocknen sitzen können. Morgen werden uns alle Gelenke wehtun, ich spüre sie jetzt schon. Dann brechen wir langsam auf in Richtung Oslo. Auf alle Fälle müssen wir wieder die Straße entlang, auf der wir gekommen sind. Das wird wieder herausfordernd für den Fahrer.

Jetzt regnet es und wir beobachten das Schauspiel der Camper mit ihren Zelten.

0 km gefahren, 18 km gewandert und geklettert

Samstag, 22.08.2020
Fahrt von Odda über die Hochebene nach Dalen (Tokke) an der E45

Es hat die ganze Nacht gestürmt und geregnet. Wir waren so froh, dass wir nicht in einem zelt schlafen mussten. Der gesamte Platz war eine große Pfütze. Auch die Abreise erfolgte im Regen. Da wir noch einmal alles gereinigt und aufgefüllt haben, sind wir wieder richtig nass geworden.

Ich merke unsere Klettertour extrem in den Oberschenkeln. Ich gehe wie ein richtig alte Oma die Treppen hoch und runter. Torsten tut es nicht ganz dolle weh. Wir haben unsere nassen Wanderschuhe in den Fußraum der Beifahrerseite zum Trocknen getan. Ich hatte die ganze Fahrt Sauna. Aber es half nichts, wir müssen die Schuhe trocken bekommen. Wir sind wieder zurück in Richtung Haukeli gefahren, über die karge Hochebene und den gesperrten 5,6 km langen Haukelitunnel. Wir wurden wieder mit einem Begleitfahrzeug um den Tunnel geleitet auf einer Nebenstraße.

Das Wetter wurde immer besser. Wir machten einen kurzen Stop an diesem coolen Wasserfall: Leider war nicht viel Zeit zum genauen Lesen, es war sehr voll dort und die Parkplätze an der Hauptstraße extrem begrenzt.

Wir fahren so langsam in Richtung Oslo, sind aber noch einmal abgebogen auf die E 45. Bis Oslo sind es nur noch ca. 250 km. Von ganz hoch oben mussten wir nach unten über eine sehr schmale Straße. Wir haben nur in jeder Kurve gehofft, dass kein großes Fahrzeug uns jetzt entgegenkommt. Wir sind in Eidsborg einer sehr alten Stabkirche aus dem Jahr 1200 vorbei gefahren. Leider hat es gerade stark geregnet. Wir werden auf der Rücktour anhalten und sie besichtigen. Mal schauen, ob sie auch so schön ist, wie unsere in Hahnenklee. Wir haben einen schönen Stellplatz direkt am Wasser entdeckt. Es stand ein großes Schild, dass man dort nächtigen kann, es kostet 300 NOK inkl. Strom. Wir haben uns schpn häuslich eingerichtet und unsere nassen Klamotten überall am Lkw aufgehängt und wollten dann bezahlen. ur leider war das schwierig, da alles über die App Vipps bezahlt werden musste. Wir haben versucht diese App runterladen, aber wie wir später erfuhren, ist die App nur für Norweger, nicht für Ausländer. Wir duften dort also nicht nächtigen. Na war nciht so schlimm, der nächste Campingplatz war 2 km weiter. Er liegt wunderschön auf einer kleinen Insel. Ein sehr netter Campingplatzbesitzer hat uns sogar auf deutsch beraten. Die Nacht kostet 300 NOK (alle inkl.). Die Adresse: Bouy Camping AS, Buoyvegen 24, 3880 Dalen. Der Platz ist sehr großräumig und wunderbar ruhig gelegen.

Wir haben heute Gemüsesuppe gekocht, sidn noch ein bisschen am Flussufer entlang, in der Hoffnung Biber zu entdekcen, was leider nciht der Fall war. Dann haben wir ein wunderschönes Hotel entdeckt. Das Hotel „Dalen“, ein historisches Hotel aus dem Jahr 1894. Hinter dem Hotel liegt ein sehr gepflegter Park. Den werden wir uns morgen noch einmal näher anschauen. Ach übrigens, die Nacht gibt es ab 366 €.

Gefahrene Kilometer: 178
Kilometerstand: 1.189.612

Sonntag, 23.08.2020
Wander- und Waschtag, Wanderung vonn Dalen nach Eidsborg zur Stabkirche

Der Campingplatz ist super still und extrem ordentlich und sauber. Daher haben wir uns entschieden noch eine Nacht zu bleiben. Heute war wieder Wandern angesagt. Wir haben uns eine Route rausgesucht, nur über 5 km eine Strecke. Ja bei 5 km lacht man doch, aber nicht, wenn es 500 Höhenmeter hoch geht, 1 km lang nur Steintreppen (878 Stück) und der Rest der Strecke steil bergauf über Steine und Baumwurzeln. Ich weiß nicht, was uns da wieder geritten hat. Die Treppen waren echt heftig, eine supter Trainingsstrecke für Sportler, aber nicht für uns. Herr P. hat sich an 2 Tagen im Urlaub mehr bewegt als im ganzen Jahr. Man haben wir geschnauft. Aber aufgeben wollten wir dennoch nicht, ich wollte ja unbedingt die Stabkirche sehen.

Nach 2,5 Stunden steilem bergauf sind wir angekommen an diesem schänen Ort. An der Kirche befinden sich ein Museum und viele historische Häuser, wo man sehen kann, wie die Menschen früher gelebt haben. Hier ein kleiner Einblick:

Der Eintritt hat 100 NOK gekostet. Wir mussten 1 Stunde warten vis zur nächsten Führung. Die Kirche kann man nur mit kleiner Führung innen besichtigen. Die Führerin lebt in Hamburg. Daher hat sie auch ins Deutsche übersetzt. Ein Teil der Kirche stammt aus dem Jahr 1259. SIe gilt als eine der besterhaltensten Stabkirchen Norwegens. Mit 82 Sitzplätzen ist sie eine kleine Gemeindekirche der Probstei Telemark. Die Kirche umgibt ein Friedhof, der sowohl neue als auch Gräber aus dem Mittelalter beherbergt.

Ich habe die kleine Führung mitgemacht. Dann sind wir aufgebrochen für den Rückweg. Es lagen ja schließlich 5 km steil bergab vor uns. Zwischendurch haben wir uns an Himbeeren und Heidelbeeren gelabt. Sie haben uns neue Energie gegeben. Der Abstieg war für mich problematischer. Meine Knie mögen solche Abstiege überhaupt nicht. Die Treppen runter hat Torte dann gezähöt, 878 Stück, so ungeführ, auf 1 Kilometer Länge und dann nur bergab. Ich war so froh, als wir heile wieder unten angekommen waren.

Dann haben wir kurzerhand noch entschieden mal Klamotten zu waschen. Der Campingplatz ist super ausgestattet. Für 80 NOK in Münzen konnten wir Wäsche waschen und Trocknen, zumindest den Großteil. Ein paar Sachen trocken gernade noch an der Motorhaube des Lkw.

Jetzt schauen wir mal, wo es morgen hingehen wird.

Gefahrene Kilometer: 0
gewandert: 10 km steil begauf und wieder steil bergab, 1756 Steinstufen

Montag, 24.08.2020
Fahrt von Dalen nach Notodden

Auch an diesem Morgen hat uns die Sonne begrüßt. Wir haben uns entschieden eine andere Strecke wieder hoch auf den Berg zu fahren und zwar über Amot. Es ging zwar auch steil nach oben aber nicht in so engen Serpentinen. Wir fuhren durch einen hochmodernen Tunnel mit einer Länge von 9,6 km. In der Mitte war er bau ausgeleuchtet.

Wir fuhren einfach immer weiter in Richtung Oslo und machten einen kurzen Stop an der größten Stabkirche Norwegens in Heddal. Im Wesentlichen wurde die Stabkirche 1240 errichtet, schriftlich erwähnt im 14. Jhd. Im Inneren befinden sich Wandgemälde aus dem 17. Jhd. Es war ein ziemlicher Trubel auf dem Parkplatz, so dass wir schnell weiterfuhren.

In Notodden, der nächst größeren Stadt entdeckten wir einen schönen Stellplatz am Hafen und ließen uns dort nieder in der ersten Reihe – mit Blick auf das Meer – (180 NOK die Nacht, bezahlt am Automaten). Neben uns stehen zwei deutsche Auswanderer aus Cottbus (Rene und Kerstein). Sie sind vor 14 Jahren in die Nähe von Trondheim gezogen und haben diesen Schritt nie bereut und sind super glücklich in Norwegen. Da wir eine gemeinsame Vergangenheit haben, gab es natürlich viel zu erzählen und so sind wir bis in die Nacht versackt bei Bier und Likörchen.

Der Stellplatz hat sich über Nacht gut gefüllt. Es ist viel Straßenlärm zu hören, aber die Nacht war dennoch ganz angenehm. Es ist sehr kalt geworden in der Nacht. Ich bin heute früh wider bei strahlendem Sonnenschein erwacht und musste gleich raus auf die Matte und habe etwas meditiert, Yoga gemacht und die Klangschale angespielt. Eine Schale muss immer mit.

Im Laufe des Tages werden wir heute Oslo erreichen.

Gefahrene Kilometer: 133
Kilometerstand 1.188.743

Dienstag, 25.08.2020
Fahrt von Notodden bis kurz hinter Oslo in einem kleinen Ort Togrenda

Das Wetter blieb heute den ganzen Tag wunderschön sonnig. Nach dem Frühstück sind wir mit Rene und Kerstin zu dem UNESCO Weltkulturerbe gegangen. Es liegt unweit des Stadtzentrums. Es heißt genau: Rjukan-Notodden-Industriewelterbe. Es wurde 2015 in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen und erstreckt sich über 93 km vom Moshatn in Vinje bis zum Heddalsvannet bis Notodden und ist von Eisenbahnlinien und Fahrverbindugnen erschlossen. Hier befidnen sich Kraftwerke, zwei Städte und 2 Industrieparks. Die Kraftwerke Tinfos I und Tinfos II gehören zu den wichtigsten Kulturgütern des Industriewelterbes Rjukan-Notodden. Hier einige beeindruckende Bilder und weitere Infos unter: http://www.industriarven.no

Wir haben noch gemeinsam einen Kaffee getrunken, sind noch im Rema 1000 einkaufen gegangen. Wir haben ein paar kleine Mitbringsel für Deutschland gekauft. Wasser frisch eingefüllt, die Toilette gereinigt und dann ab Richtung Oslo. Wir sind an Oslo nur vorbei gefahren. Wir kennen es von unserer Nordkap-Reise 2017 (siehe Blog aus 2017).

Über die App park4night haben wir einen coolen, ruhigen kleinen Stellplatz direkt am Wasser gefunden. Die Nacht wird hoffentlcih sehr ruhig. Den Platz mussten wir über einen Automaten per Kreditkarte bezahlen (150 NOK). Leider kam kein Beleg raus, dass wir bezahlt haben. Also haben wir die Hotline angerufen, die dort angegeben war. Dort konnte man uns gleich weiterhelfen und wir sind registriert bei einer Kontrolle.

Heute Abend hat Torte schwedische Köttbulla mit Reis und Kidneybohnen gekocht. Wir hatten keine Tomatesoße mehr. Es war trotzdem sehr lecker. Morgen werden wir dann Ann-Kristin und Tore in ihrem Zuhause treffen. Wir freuen uns schon sehr.

Gefahrene Kilometer: 116
Kilometerstand: 1.189.859

Mittwoch, 26.08. und Donnerstag, 27.08.2020
Langhus und Oslo

Die Nacht auf dem einsamen Stellplatz war sehr angenehm. Ich habe den Sonnenaufgang wieder einmal genießen dürfen. Nach dem Frühstück haben wir zusammengepackt und sind nach Langhus gefahren.

Wir sind nur ca. 20 Minuten gefahren. Ohne Probleme haben wir Tore und Ann-Kristin gefunden. Unser Wohnmobil hat gerade so Platz gefunden vor dem Haus. Wir wurden unglaublich herzlich aufgenommen. Das letzte Mal haben wir uns vor genau 3 Jahren gesehen. Es war, als würden wir uns schon ewig kennen.

Sie wohnen in einem wunderschönen, großen Haus am Rand von Oslo. Wir können weit in das Land schauen. Der Wettergott meint es immernoch sehr gut mit uns. Am Nachmittag haben wir mit Dem Auto die Gegend erkundeet und sind nach Dömras gefahren, einer kleinen, alten Hafenstadt. Malerische Häuser und kleine, enge Straßen mit einem traumhaften Hafen am Oslofjord. Hier fahren die Kreufahrtschiffe der Color Line entlang. Dort befindet sich ein ein hübscher kleiner Weihnachtsladen – aber nach Weihnachtsdeko kaufen stand uns nicht der Sinn -.

Wir sitzen bis spät abends noch auf der Terrasse, grillen und lassen es uns gut gehen. So muss Urlaub sein. Entspannter geht es nicht.

Die Nacht haben wir im Haus verbracht, in einem eigenen Zimmer. Es war so ungewohnt, wieder in einem Bett zu schlafen, in einem großen Raum. Wir genießen die Gemeinschaft mit den Beiden sehr. Wir werden super bewirtet. Es ist paradisisch.

Am heutigen Tag haben wir eine kleine Runde mit dem 11 Monate alten Hund gedreht, danach sind wir in das Oslo Outlet gefahren und haben ein bisschen eingekauft.

Am Nachmittag waren wir bei Randi und ihrer Familie eingeladen. Randi ist die Schwester von Ann-Kristin, die Cousinen meiner Mutter. Sie wohnen direkt in Oslo in einem 100 Jahre alten Haus, auch einfach traumhaft. Dort wohnen drei Generationen zusammen. Wir haben viele alte Geschichten der Eltern und Großeltern gehört. Sehr schade, dass ich meiner Oma davon nicht mehr erzählen kann. Wir haben die ganze Zeit draußen in der Sonne gesessen und einen leckeren Kompott mit Stachelbeeren, Sauerkirchen und Streuseln sowie Vanillesahne genossen.

Jetzt lassen wir den Abend bei einem leckeren Abendessen vom Grill, mit Rotwein und Bier ausklingen. Morgen nach dem Frühstück geht es nach Göteborg, 280 km entfernt, nach Schweden.

Freitag, 28.08.2020
Fahrt von Oslo (Norwegen) nach Göteborg (Schweden)

Auch an diesem Abend konnten wir einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten. Ann-Kristin hat viele sehr alte Bilder unserer Vorfahren rausgeholt und wir haben in Erinnerungen geschwelgt.

Der Wettergott ist uns immer noch gut gesonnen, wieder scheint die Sonne zum Aufstehen und es ist warm. Es gab wieder ein leckeres, ausgiebiges Frühstück. Oystin, der Sohn von Ann-Kristin und Tore kam kurz vorbei, um uns noch kennenzulernen.

Gegen 10 Uhr war alles gepackt und wir sind gemütlich nach Göteborg gereist. Kurz vor der Grenze zu Schweden haben wir noch einmal 150 Liter getnkt. Hier mussten wir erst die Kredikarte reinstecken, dann konnten wir 75 l tanken. Wir haben den Vorgang wiederholt und noch einmal 75 l getankt für 1,50 €/l.

Die Fahrt zur Grenze dauerte nicht lange und schnell haben wir die schwedische Landschaft genossen. Einen kleinen Zwischenstopp haben wir an einem riesigen Einkaufscenter eingelegt, da Marco und Momo kleine Essenswünsche haben. Das Einkaufszentrum sah sehr neu aus. Es waren noch sehr viele Ladenflächen frei. Wir haben zu Essen und Lakritze gekauft, dann ging es weiter.

Torsten hat einen Stellplatz für die Nacht rausgesucht, in der Nähe des Hafens. Es herrschte unglaublich dichter Verkehr, wir waren ständig im Stau und unser Navi hat sich ständig überschlugen und kam einfach nicht klar mit den vielen Ebenen. Von überall her kamen die Schnellstraßen, es war eine große Herausforderung in dem Verkehr klarzukommen. Die eine Strecke sind wir 3 x gefahren, eh wir die richtige Ausfahrt hatten. Wir haben den letzten von 5 Stellplätze für Wohnmobile bekommen. Man muss auch mal Glück haben. Das Zentrum von Göteborg ist leider zu weit weg, so dass wir es nicht mehr besichtigt haben. Das Wetter ist derzeit auch sehr durchwachsen. Es regnet öfters. Wir stehen ca. 5 Autominuten vom Fährhafen der Stena Line entfernt, so dass wir morgen nicht so früh aufbrechen müssen.

Wir werden früh schlafen gehen, mal sehen, wie die Nacht an dieser riesigen Hauptverkehrsstraße wird.

Gefahrene Kilometer: ca. 300 (mit 2 Ehrenrunden)
Kilometeratand: 1.190.159

Samstag, 29.08.2020
Fahrt mit der Fähre von Göteborg nach Frederikshavn

Wir haben die Nacht kaum geschlafen, es war ein unglaublicher Lärm. Dennoch sind wir sehr pünktlich aufgestanden, haben uns langsam fertig gemacht und sind 5 Minuten zur Fähre gefahren. Wir waren mit die Ersten. Die Pkw- und Automobilespur sah so schmal aus, dass wir einfach in der Lane der LKW’s gefahren sind. Dort wurden wir natürlich sofort zurückgeschickt. Wir erhielten einen Durchfahrtcode um eine Runde zu drehen und uns in die Spur der PKw’s anzustellen. Diese zeigte ein grünes Kreuz, also fuhren wir hin. Dort saß eine Frau und wollte uns in die Lkw-Spur schicken. Die konnte nicht sehen, dass wir ein Wohnmobil sind. Nach Diskussionen durften wir bleiben, aber die Spur war noch für 20 Minuten geschlossen. Punkt 08:30 Uhr wurde geöffnet und wir durften uns in die Spur 15 einordnen. Dort standen wir noch 1 Stunde, bis wir auf das Schiff fahren durften.

Ich finde die Fährüberfahrten immer sehr spannend. Es gibt viel zu beobachten. Kaum jemand trug hier einen Mund- und Nasenschutz. Einfach nur etwas Abstand halten und die Hände desinfizieren. Die Überfahrt nach Fredrikshavn verlief ohne Probleme. Wir haben ein bisschen im DutyFree eingekauft. Die Dänen und Schweden kommen auf die Fähre mit Sackkarren, um Alkohol einzukaufen. Dies machen sie gleich palettenweise. Unglaublich, wie viele Sackkarren dort standen.

Pünktlich 13:30 Uhr liefen wir im Hafen ein und kamen ohne Probleme von Bord und fuhren direkt nach Kolding durch, auf den uns bekannten Stellplatz am Hafen. Wir waren dort schon vor 2 Wochen. Ein sehr schöner Platz direkt am Wasser. Dieses Mal haben wir Strom dazugebucht und WLAN für 210 DK. Unterwegs hat es ca. 2 Stunden stark geregnet. In Kolding schien wieder die Sonne.

Ein klein wenig sind wir noch in den Ort gegangen, nach dem vielen Sitzen und lassen den Abend ausklingen bei Bier und Holunderblütenlikör. Heute Abend ist hier am Hafen in der Gaststätte eine Hochzeit. Na das kann ja lustig werden.

Gefahrene Kilometer: 281
Kilometerstand: 1.190.440

Sonntag, 30.08.2020
Fahrt von Kolding nach St. Peter Ording

Die Nacht verlief doch ganz ruhig. Ich war oft wach und bin 05:40 Uhr aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu erwischen. Die Sonne ging hinter einer riesigen grauen Wolke auf, sodass ich nicht viel gesehen habe.

06:30 Uhr war ich total durchgefroren und bin wieder ins Bett gekrabbelt. Gegen 09 Uhr sind wir aufgestanden, haben gefrühstückt und alles zusammengepackt. Wir erhielten einen Anruf aus Deutschland von Freunden, aus der Nähe von SPO. Es war eine gute Gelegenheit sich in SPO zu treffen. Wir verabredeten uns für den Nachmittag und fuhren in Kolding los. Die Fahrt war ohne Probleme. An der Grenze bot man Coronatests an, aber wir hatten kein Interesse.

14 Uhr waren wir in SPO. Ich hatte einen Platz vorbestellt bei einer Bekannten aus meiner Yogaausbildung in SPO, auf einem Bauernhof. Wir haben einen schönen Stellplatz inmitten von Familien mit vielen Kindern. Wir haben den Nachmittag am Stand in SPO verbracht. Dort habe ich auch Yulia von der Silbermöwe wieder gesehen. Es war sehr schön. Wir hatten uns das letzte Mal im Februar gesehen. Am Strand war unglaublich viel los. Wir werden morgen noch einmal hingehen, evtl. wird es leerer sein.

Abendessen waren wir in der Fußgängerzone von SPO, in einem Fisch-Imbiss. Es war sehr lecker. Jetzt lassen wir gemütlich den Abend im Wohnmobil ausklingen. Morgen 10 Uhr haben wir einen Tisch reserviert zum Frühstücken beim „Kaffeekocher & Mehr“. Mal schauen, wie wir morgen dorthin kommen, denn wir müssen dort zu Fuß hin, bzw. mal schauen, ob wir uns ein paar Fahrräder leihen können.

Gefahrene Kilometer:223
Kilometerstand: 1.190.617

Montag, 31.08.2020
St. Peter Ording, Strandtag

Die Nacht war recht ruhig, auch die vielen Kinder drumherum haben bei Zeiten geschlafen. Auch hat uns wieder die Sonne strahlend empfangen. 09 Uhr haben wir auf gemacht zu Fuß nach SPO. Nach ca. 1,5 km kam eine Tamkstelle mit Fahrradverleih. Dort haben wir uns 2 Fahrräder für 2 Tage gemietet für 24 € insgesamt. Dann ging es weiter auf 2 Rädern zum Frühstücken zum „Kaffemacher und Mehr“. Ein super tolle kleines Kaffee in der Einkaufsstraße. Ich hatte extra am Vortag für uns beide reserviert, da es dort kaum Plätze gibt. Wir haben ausgiebig gefrühstückt. Alles ist dort handgemacht und mit Dinkel gebacken. Könenn wir nur empfehlen.

Dann sind wir auf der Fahrt zum Strand ziemlich nass geworden. Eine dicke Wolke hing genau über uns. Sie regnete schnell abun wir wir sind direkt zum Strand gefahren. Da wir ja Kurkarten haben (pro Tag 4,50 €) hatten wir freien Eintritt zum Strand. Wir haben es uns in einem Strankorb gemütlich gemacht. Wir wollten bezahlen (9 € pro Tag), aber der Verleih war nicht besetzt. Das Wetter wurde immer schöner. Torsten ist dann auch im Meer baden gewesen.

Gegen 16 Uhr haben wir den Strand verlassen und wollten noch ein bisschen in der Bummelmeile rumlaufen. Aber es war nur nervig. Selbst in einer Straße zum Strand musste man Mund- und Nasenschutz tragen. Dazu hatten wir natürlich überhaupt keine Lust. Es war einfach nur nervig und dann sind wir wieder zurück zu unserem Bauernhof gefahren. Wir haben ein leckeres Resteessen gemacht und lassen den Abend einfach gemütlich ausklingen. Morgen fahren wir mit den Fahrrädern nach Bad, in das alte SPO und dann noch einmal an den Strand. Am späten Nachmittag werden wir nach Hause fahren.

Nur Fahrrad gefahren

Dienstag, 01.09.2020
St. Peter-Ording und Heimreise

Auch an unserem letzten Tag hatten wir wieder super tolles sonniges Wetter. Aus diesem Grund sind wir noch einamal in die Stadt gefahren bzw. in das Dorf. Dort ist eine kleine, hübsche Altstadt mit denkmalgeschützten Häusern. Ein sehr schöner Anblick dieser kleinen Häuschen mit ihren liebevoll gepflegten bunten Gärten.

Zum Abschluss haben wir uns noch 2 Stunden an den Strand gesetzt und die Sonne genossen. Es war unglaublich voll im Gegensatz zum Vortag. Am frühen Nachmittag sind wir zur Tankstelle geradelt, um die Räder wieder abzugeben und sind zum Ferienhof ca. 2 km gegangen. Sind eingestiegen und nach Hause gefahren. Kurz vor dem Elbtunnel war der erste Stau. Die Rückfahrt war sehr zäh, da es viele Verkehrsbehinderungen gab. Nach ca. 6 Stunden kamen wir dann heile und glücklich zu Hause an. Wir haben uns alle sehr aufeinander gefreut.

Gefahrene Kilometer insgesamt: 2973

Eine sehr entspannte Reise dieses Mal. Wir haben die Ruhe und viele freie Zeit sehr genossen. So werden wir garantiert wieder Urlaub machen. Norwegen entwickelt sich zu unserem Lieblingsreiseland.

Kilometerstand Ende: 1.191.005

2 Kommentare zu „Norwegen 2020“

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