Mit einem Mercedes 814 an der Ostsee entlang ins Baltikum bis Tallinn

Auf großer Reise entlang der Ostsee durch das Baltikum bis nach Tallin. Hier gibt es viel zu Lesen.

Start der Einträge: 15.06.2018

Da es im Bulli doch auf Dauer etwas zu klein ist und wir ihn etwas schonen wollen, haben wir uns in den letzten Monaten nach einem etwas größeren Gefährt umgeschaut und sind in der Nähe von Stuttgart fündig geworden.

Am 17.06.18 holt Torsten das neue WoMo ab und am 24.06.18 starten wir.

Die Vorbesitzer waren damit 5 Monate in Südamerika unterwegs. Wir starten erst einmal mit einer kleinen Reise, bevor es irgendwann außerhalb Europas geht.

Einige Ansichten, wie gekauft:

 

 

So könnte die Reiseroute aussehen: Eine Strecke ca. 1800 km

moegliche Route

17.06.2018

Der Mercedes hat seine erste größere Reise von ca. 500 km in den Harz gut gemeistert.

Jetzt steht er bei uns und wartet darauf eingeräumt zu werden und das endlich die Reise beginnen kann.

 

 

Sonntag, 24.06.2018

Start unserer Reise in das Baltikum
Kilometerstand: 139.476

Um 09:00 Uhr sind wir ganz gemütlich gestartet mit dem Ziel heute bis hoch zur östlichen Ostsee zu kommen.
Wir sind überwiegend Landstraße gefahren, denn wir sind mit stolzen 136 PS unterwegs und heute im Durchschnitt ca. 70 km/h gefahren.

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Die Fahrt war wieder so entspannt, dass ich vor lauter Tuckern mehrmals eingeschlafen bin. Eine Fahrt als Beifahrer ist auch in dem Mercedes 814 ein gutes Schlafmittel.

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Als erstes Ziel haben wir Greifswald gewählt. Ganz leicht haben wir zu einem Wohnmobilstellplatz direkt am Hafen gefunden.

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Es sind auch noch einige Plätze frei. Für 15 €/Nacht haben wir einen Platz, Strom, Dusche und WC. Nicht wirklich komfortabel, aber für 1 Nacht in Ordnung.

Dieses Mal haben wir den „Größten“. Letztes Jahr hatten wir den „Kleinsten“. ;-))

Dann sind noch ein bisschen durch Greifswald geschlendert und ich konnte an einem leckeren Vanille-Eisbecher mit heißen Himbeeren nicht vorbei. Nach den 3 Wochen muss ich bestimmt wieder eine Stoffwechselkur machen, um die überschüssigen Pfunde wieder loszuwerden.

 

 

Greifswald ist eine wirklich sehenswerte, hübsche Universitätsstadt. Nur ca. 150 m von uns entfernt, direkt am Hafen liegt das alte Traditionsschiff, die „Petrine“. Mit der Petrine sind wir schon 2 Mal die Ostsee entlang gesegelt mit den Informatikern der SSE der Uni. Es kamen viele schöne Erinnerungen wieder hoch.

 

 

Wir haben es uns in unserem „Dicken“ gemütlich gemacht und sind gespannt, wie unsere erste Nacht wird. Wir werden berichten. Morgen verlassen wir dann Deutschland und fahren die polnische Ostseeküste entlang.

Kilometerstand in Greifswald: 139.918
Fahrtzeit: 6 Stunden
Tagesfahrleistung: 442 km

Sonntag, 24.06.2018

Start unserer Reise in das Baltikum
Kilometerstand: 139.476

 

Montag, 25.05.2018

Den Abend haben wir am Hafen mit Caipirinha ausklingen lassen. Hier noch einige Abendstimmungsbider:

 

 

Die Nacht war ganz ruhig. Es war ein bisschen zu hell, wir hatten die Jalousie nicht richtig zugezogen. Diese Nacht werden wir sie gleich zulassen. Wir lernen ja jeden Tag dazu!

So auch heute, ich muss es einfach schreiben, obwohl es super peinlich ist – Torsten würde das nie öffentlich erzählen -. Aber ich schreibe ja den Blog und nicht er.

Also für alle zum lernen: Wenn ihr etwas Neues habt und es noch nie benutzt habt, testet es vorher zu Hause aus und am besten ihr lest das Handbuch vorher. Wir haben noch nie eine Chemietoilette benutzt – heute Mittag das erste Mal. Torsten hatte alles vorschriftsmäßig eingefüllt, aber nicht getestet. So auf die Art „wird schon passen“. Jedenfalls habe ich sie heute das erste Mal in Swinemünde auf dem Parkplatz benutzt und auch gespült. Nur leider lief die Brühe nicht ab beim Spülen. Torsten versuchte es auch noch einmal und die Toilette wurde noch voller mit Wasser. Na egal, wir fuhren einfach weiter. Aber nach 2 Min. sagte Torsten dann: „nicht dass die ganze Brühe überschwappt beim Fahren“. Also hielten wir bei nächster Gelegenheit an und schöpften das Wasser aus der Toilette. Wie durch einen Geistesblitz sah er plötzlich einen grauen Hebel. Diesen musste man zusätzlich bedienen zum Abpumpen. Man haben wir gelacht. So etwas passiert auch nur uns. Na jedenfalls ist mit der Toilette alles in Ordnung.

 

 

In Swinoujscie hatten wir Zwischenstop gemacht und sind durch die Innestadt geschlendert. Es ist ein Seebad mit 44.000 Einwohnern und internationalem Flair. Wir sind auf einen Turm in der Innenstadt geklettert für 20 Zloty und haben uns die Stadt von oben angeschaut. Unten im Turm war ein wunderschönes Café.

 

 

Bei der Ankunft hatten wir Geld am Automaten mit der Visakarte abgehoben (600 Zl für ca. 154 €).

 

 

@Papa: Die erste Postkarte ist unterwegs.

Von Swinemünde aus fuhren wir ein kurzes Stück mit der Fähre hinüber zur Insel Wollin. Ein wirkliches Ziel hatten wir uns heute nicht gesetzt. Wir haben nur 158 km zurück gelegt, davon gefühlt 80 km Baustelle. Das war für Torsten sehr anstrengend.

Einen kleinen Zwischenstop haben wir am Strand von Miedzydroje eingelegt. Alle lagen wie die Ölsadinen in diesem herrlichen weißen, super feinen Sandstrand.

 

 

Wir haben einen tollen Campingplatz (Pomodoma) in Niechorze (72 Zloty) gefunden und einen schönen Platz bekommen. Natürlich haben wir sofort das Meer gesucht und auch gefunden. Torsten hat schon mal angebadet.

 

 

 

 

Kilometerstand in Niechorze: 140.075
Tagesfahrleistung: 158 km
Schrittzähler: 17.242
Voll getankt (174,04 l) in Miedzyzdroje: 930 Zl. = 227,53 €

Dienstag, 26.06.2018
Strecke: Niechorze über Koszalin über Slupsk nach Rowy bei Ustka

Torsten hat die letzte Nacht super geschlafen. Ich leider kaum. Heute früh bin ich erst einmal zum Strand gegangen und habe Qi Gong gemacht um wieder richtig in de Gänge zu kommen. Die Matratze passt einfach nicht zu mir. Ich habe jeden Morgen Rückenprobleme. Na egal, ich kann es nicht ändern momentan. Jedenfalls habe ich den menschenleeren Strand genossen. Es war wunderschön.

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Ich hatte mal wieder eine Panne beim Duschen. Ich hatte eine Münze in den Automaten geschmissen und die Dusche angemacht. Doch leider kam nur eiskaltes Wasser. Ich dachte nur so, warum immer ICH? Na jedenfalls war ich fast ganz tapfer und habe 3 Minuten durchgehalten. Zum Haare waschen war es aber doch zu kalt. Neben mir hatte eine Dame noch 5 Minuten Duschzeit übrig, die habe ich dann zum Haare waschen genutzt. Meine Duschmarke war nicht durchgerutscht und hing in dem Automaten fest. Nachdem ich fertig war, habe ich spasseshalber mal gegen den Automaten gehauen und siehe da, meine warme Duschzeit von 8 Minuten lief ab. Nur niemand war da zum Duschen.

Gegen 10:45 Uhr sind wir dann nach Kolobrzeg (Kolberg) aufgebrochen. Die Straßen wurden zum Glück etwas besser. Überall in Polen gibt es irrsinnig viele Zebrastreifen für Fußgänger. Leider fahren viele Polen ziemlich rücksichtslos. Wir wurden an den unmöglichsten Stellen überholt und sehr häufig wurde uns die Vorfahrt genommen. Überholverbote wurden häufig ignoriert.

Bis nach Kolberg (47.000 Einwohner) waren es ungefähr 45 km. Wir haben direkt das Zentrum eingegeben. Doch leider mussten wir schnell feststellen, dass wir mit unserem „Großen“ nicht überall reinfahren dürfen. Die Parkplatzsuche erwies sich wirklich als schwierig. Aber wir haben mal wieder Glück gehabt und in der Nähe vom Hafen einen tollen, großen Platz gefunden. Dort mussten wir ein personalisiertes Parkticket ziehen. Wir haben noch nie erlebt, dass man sein Kennzeichen eingeben muss. Erst standen wir etwas ratlos vor dem Automaten, aber mit Händen und Füßen wurde uns dann die Handhabung erklärt.

 

 

Bis ins Stadtzentrum liefen wir ca. 20 Minuten, schauten uns die Innenstadt und einige Sehenswürdigkeiten von Außen an.

Hier die Marienkathedrale: 74 m hoch, fünfschiffige Kathedrale

 

 

Weitere Stadtansichten von Kolberg:

 

 

 

 

Schnell beschlossen wir weiterzufahren nach Koszalin. Leider durften wird dort auch nicht wirklich in die Innenstadt fahren. Parkten aber einfach auf einem Pkw-Platz – in der Hoffnung, dass alles gut geht – und liefen ein paar Minuten in das Stadtzentrum. Dort waren wir auf dem Rathausvorplatz und gingen einmal um die Marienkirche, welche mit seinem wuchtigen Turm das Stadtzentrum überragt. Nach einem kurzen Aufenthalt wurden wir weiter nach Slupsk (Stolp), in der Hoffnung dort einen Übernachtungsplatz zu finden. Wir landeten direkt vor dem großen Rathaus, welches sehr imposant war. Evtl. hätten wir dort sogar übernachten können, aber es schien uns sehr unheimlich. Rundherum fuhren viele Autos. Der Platz war riesig. Nach einem kurzen Aufenthalt entschieden wir uns, noch einmal 25 km weiter bis ans Meer zu fahren, nach Rowy.

 

 

 

 

Im Zentrum von Slupsk:

 

 

Der heutige Tag hat mich sehr an meine Kindheit erinnert. Das Softeis schmeckt hier noch so wie zu DDR-Zeiten und wir sind durch lange Allee-Straßen gefahren. Die Fahrschulautos haben ein großes , fettes „L“ auf ihrem Dach. Wir haben endlich mal wieder Störche gesehen. Sie haben ihre Nester direkt an der Straße auf den Strommasten.

 

 

In Rowy haben wir einen schönen Campingplatz gefunden, für 70 Zl. die Nacht. Das Meer ist nur 500 m von uns entfernt. Torsten war natürlich wieder im Wasser. Mir ist das einfach zu kalt.

 

 

Mal sehen wie die Nacht wird… morgen geht es weiter nach Danzig.

Ich muss mal ein ganzes dickes Lob an Torsten aussprechen. Es ist wirklich unglaublich toll, wie souverän er heute durch die Innenstädte gefahren ist und auch entlang der engen Straßen. Ich glaube mit so einem großen LKW können die Wenigsten fahren. Er könnte glatt als LKW-Fahrer durchgehen, wenn er mal arbeitslos werden würde – was ich allerdings nicht glaube – :-))

Mal sehen wie die Nacht wird… morgen geht es weiter nach Danzig.

Wir haben noch einen wunderschönen Sonnenuntergang am Strand erlebt. Die Bilder will ich euch nicht vorenthalten:

 

 

Kilometerstand in Ruwy: 140.265
Tagesfahrleistung: 198 km
Schrittzähler: 17.191

Mittwoch, 27.06.2018

Die Nacht war ganz ruhig. Ich war leider wieder sehr oft wach, aber das lag vielleicht auch am Vollmond.

Gegen 10 Uhr haben wir den Campingplatz „Navigator“ verlassen und haben direkt Danzig als Ziel eingegeben.

 

 

Anfangs sind wir auf der B 6 gefahren. Da ging alles zügig voran, aber dann lenkte uns das Navi auf die 211 und dann gingen die Baustellen los. Eine reihte sich an die andere. Wir hatten die kürzeste Strecke eingegeben. Mit den vielen einseitig befahrbaren Straßen aben wir nicht gerechnet. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit betrug heute stolze 49 km/h. In Kartuzy haben wir einen kleinen Zwischenstop eingelegt und sind dort in eine Kirche gegangen und haben in einem Supermarkt eingekauft. Lebensmittel sind wirklich sehr günstig. Wir haben Fleisch gekauft, Grillkohle, Grillanzünder, Brot, Brötchen, Bier und Salat und haben umgerechnet 10 € bezahlt. Vor uns lagen noch 40 km bis Danzig. Zum Glück wurden die Straßen besser.

 

 

Durch die Innenstadt hat uns Torsten souverän gebracht. Doch dann haben wir auf unser Navi gehört, anstatt auf die Schilder zu hören und landeten leider nicht bei dem anvisierten Campingplatz in Stogi, 218 sondern in einem großen Ölhafen mit riesigen runden Kesseln, die 50.000 m³ fassen. Zum Glück gibt es ja Google und das Internet kostet nichts hier in Polen. Dann haben wir ein neues Ziel eingegeben und sind dann zu einem großen Campingplatz mit Straßenbahn-Anbindung gelangt. Wir haben den Platz für 2 Nächte gebucht. Es ist relativ laut hier. Mal sehen, wie die Nacht wird.

 

 

Am Strand waren wir natürlich auch schon, aber gebadet hat Torsten heute nicht. Vielleicht gibt es heute wieder so einen tollen Sonnenuntergang wie gestern. Wir ziehen nachher noch einmal los.

 

 

Heute haben wir gegrillt. Es war sehr lecker. Vorhin habe ich mir ein paar Trockenpflaumen eingeworfen. Insider wissen warum. Es ist auf jeder Reise das Gleiche, aber bevor ich platze, lieber so.

@André und Sven: Sorry, dass ich die Einträge weiter darunter packe, aber ich habe nur eine kostenfreie Version von WordPress und habe keine Ahnung wie ich da einen neuen Eintrag erstelle, ohne totales Chaos zu verursachen und die Reihenfolge verändere. Bevor wir nächstes Jahr wieder starten, hole ich mir bei euch Nachhilfe im bloggen ;-))

Kilometerstand in Danzig: 140.429
Tagesfahrleistung: 166 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 49 km/h
Schrittzähler: 10.716

Insgesamt gefahren seit Start: 964 km

Donnerstag, 28.06.2018

Gestern Abend war der Sonnenuntergang leider nicht so schön wie am Vortag. Torsten genießt eine kubanische Zigarre.

 

 

Wir haben festgestellt, dass die Polen sehr große Probleme mit Nacktheit haben. Am Strand stehen Holzboxen zum Umziehen. In den Duschen auf dem Campingplatz zieht sich der Pole in der kleinsten Duschkabine an und aus. Hier auf den Toiletten/Duschen ist sehr laut Musik an. Wahrscheinlich soll man das Strullern des Nachbarn nicht hören… nur gemutmaßt. Sich nackt zeigen am Strand ist stengstens verboten!

Heute stand Sightseeing in Danzig auf dem Plan. Wir sind 10 Uhr mit der Straßenbahn Nr. 8 oder 3 ca. 25 Minuten in die Stadt gefahren. Die Anbindung war wirklich super. Keine 5 Minuten Fußweg und wir waren mitten im Zentrum.

Jetzt gibt es mal ein bisschen Geschichtsunterricht für euch Lesende:

Danzig war schon immer eine multikulturelle Stadt. Die Fischer aus der Kaschubei, der polnische Adel und die Handwerker aus Lübeck lebten hier friedlich miteinander. Dazu kamen noch Schotten oder Seeleute aus Skandinavien. Die „Blütezeit“ erlebte Danzig im 16. und 17. Jahrhundert. Die größte Katastrophe in der Geschichte der Stadt war der 2. Weltkrieg. Im April 1945 sah die Innenstadt Danzigs genau so aus, wie die Innenstadt Warschaus, was den Grad der Zerstörung anging. Das Zentrum lag zu 90 Prozent in Schutt und Asche. Es wurde nach alten Vorlagen akribisch und originalgetreu wieder aufgebaut. Als Folge der Entscheidung der Siegermächte wurden die deutschen Einwohner vertrieben, an diese Stelle kamen Vertriebene aus den ehemaligen polnischen Gebieten im Osten. Die neuen Einwohner kamen nach Danzig mit eigenen Sitten, aber nach drie Generationen ist Danzig auch ihre Stadt geworden, sie bilden einen Bestandteil der Geschichte dieser Stadt.

Heute ist Danzig die größte Stadt im Norden Polens mit 456.000 Einwohnern. Ich erspare euch jetzt die Einzelheiten, was man alles in Danzig gesehen haben sollte. Es ist auf alle Fälle eine sehr sehenswerte, wunderschöne Stadt. Hier lasse ich jetzt einfach Bilder sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Entschuldigt die vielen Bilder, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden.

 

 

 

 

Gegen 17 Uhr waren wir wieder auf dem Campingplatz zurück und haben heute Salat gegessen, da wir uns in der Stadt mittags bereits satt gegessen hatten. Ein Soft-Eis musste es natürlich auch heute wieder sein. Und jetzt lassen wir den Abend ausklingen bei Bier und Wein. Morgen werden wir nach Marienburg und Elblag aufbrechen. Mal sehen, wie wir so voran kommen werden. Wir müssen die nächsten Tage ein bisschen Strecke machen, um in Tallin anzukommen.

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Kilometerstand in Danzig: 140.429
Tagesfahrleistung: 0 km
Schrittzähler: 18.469

Freitag, 29.06.2018
Fahrstrecke: Danzig, Marienburg, Elblag, Olsztyn, Mragowo zur Masurischen Seenplatte

Die Nacht war für mich leider mal wieder schrecklich. Ich habe ganz viele Mückenstiche abbekommen. Und Torsten hat überhaupt keinen – das ist so gemein. Die Nacht hatte ich eine Mücke im Klo eingesperrt, die hat sich dann heute Mittag gerecht. Der Stich ging in den Hintern.

Heut haben wir uns vorgenommen ein bisschen Strecke zu machen. Ich bin schon 06:15 Uhr augestanden und um 09 Uhr haben wir den Platz verlassen. Den ersten Halt haben wir in Malbork (Marienburg) gemacht. Wir sind ca. 800 m zur Burg gelaufen. Sie ist sehr imposant und groß. Wir haben sie uns nur von außen angeschaut. Die Touristenmassen haben die Burg total belagert. Die Marienburg, das größte Backsteinbauwerk Europas, wurde 1270 – 1300 vom Deutschen Orden am Nogatufer errichtet. 1309 verlegt der Hochmeister den Sitz seines Ordens von Venedig in die Marienburg und ließ sie zum Schloss ausbauen. 1457 fiel sie an den polnischen König. Hier eine Aufnahme von 1945, von der Zerstörung der Burg:

 

 

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Dann ging es weiter nach Elblag (Elbing). Die Altstadt wurde ab 1990 historisiernd unter Verwendung von Fachwerkimitationen wieder aufgebaut. Hier steht die gotische Nikolauskirche mit ihrem 96 m hohen Glockenturm.

 

 

 

 

Die Fahrt führte uns weiter über Ostrada, hier war totales Verkehrschaos aufgrund einer Baustelle. Bei nächster Gelegenheit wendeten wir und fuhren zurück auf die S 7 Richtung Warschau. Auch heute war es wieder sehr anstrengend. Wie schon mehrfach beschrieben zählt hier keine Rücksicht. Es wird überholt, egal ob im Überholverbot. Die Vorfahrt wird ständig genommen und am Steuer telefoniert. Wir sind froh, dass bisher nichts passiert ist. Dann kamen wir nach Olsztyn, aber auch dies liegen wir links liegen, da wir wieder nicht in die Stadt reinfahren durften. Wir fuhren weiter auf der 16 Richtung Lettland. Wir waren heute schon ca. 60 km von der russischen Grenze entfernt, aber da wir kein Visum und keine Versicherung für unseren Lkw für Russland haben, müssen wir den Umweg fahren. Wir sind in der Masurischen Seenplatte gelandet, auf einem kleinen Campingplatz (71 Zl.) direkt an einem See. Nur leider ist es heute extrem windig. Wir können auch nicht draußen sitzen. Wir waren heute in einem polnischen Restaurant essen. Ich habe Piroggen nach russischer Art gegessen. Torsten ist nur was erkennt, also gab es Kotelette und Kartoffeln mit Bier.

 

 

 

 

Momentan schläft Torsten und ich bin mal wieder am bloggen und trinke nebenbei meinen selbstgemachten Holunderblütenschnaps. Da die Fahrt heute recht langweilig war und die Umgebung sehr eintönig, habe ich einfach mal Verkehrszeichen fotografiert – die sehen nämlich anders aus als bei uns -. Schaut einfach selber.

 

 

Morgen nach dem Frühstück werden dann aufbrechen nach Litauen. Mal sehen, wie weit wir kommen werden. Leider habe ich Probleme mit dem Internet und kann den Eintrag von heute nicht zeitnah hochladen.

Kilometerstand in Rydzewie: 140.783
Tagesfahrleistung: 354 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 55 km/Höchstgeschwindigkeit: 98 km/h
Schrittzähler: 15.394 (Wir haben uns kaum bewegt, ich weiß garnicht was da gezählt wird, wahrscheinlich Armbewegungen)

Insgesamt gefahren seit Start: 1319 km

Samstag, 30.06.2018
Fahrt von den Masurischen Seen über die Grenze nach Litauen, über Kaunus nach Pajiesmeniai

Der letzte Campingplatz war eigentlich sehr schön, nur der Wind war so extrem heftig, auch die ganze Nacht noch durch. Bei mir kamen mal wieder ein paar Mückenstiche dazu. Heute wollten wir unbedingt Litauen erreichen, was wir auch geschafft haben. Theoretisch hätten wir sogar bis Riga noch weiterfahren können, es sind nur noch 110 km.

Litauen:
Fläche: 65.300 qkm
Staatsform: parlamentarische Demokratie
Bevölkerung: 2,84 Mio Einwohner
Hauptstadt: Vilnius (gucken wir uns evtl. noch auf der Rücktour an)

 

 

 

 

Die Fahrt insgesamt war relativ langweilig, es ging nur über langes, flaches Land. Die Straßen sind sehr gut ausgebaut. Ein wirkliches Highlight war die Stadt Kaunus in Litauen. Kaunas hat 305.000 Einwohner, liegt zwischen den Flüssen Neris und Nemunas und ist Verkehrsknotenpunkt, Industrie- und Wirtschaftsstandort. Das Rathaus wurde 1771 – 80 erbaut, und wird wegen seines 53 m hohen Turms Weißer Schwan genannt. Die Stadt hat sehr große, breite Straßen und einen modernen Innenstadtkern. Es folgen einige Impressionen:

 

 

In Litauen gibt es bisher kaum Campingplätze. Durch eine App hat Torsten dann doch einen gefunden. Er wird von einem Holländer betrieben. Es ist ein super kleiner Platz mit einer liebevoll ausgebauten alten Scheune. Der Platz kostet 15 € inkl. Strom. Heute Abend haben wir Spaghetti mit Tomatensoße gegessen, da es hier kein Restaurant gibt. Heute hat es das erste Mal ein bisschen geregnet, auch sind die Temperaturen etwas zurück gegangen. Hier wurde alles sehr liebevoll gestaltet. Seht selbst, ein paar Bilder:

 

 

@Kirsten: Einen litauischen Satz Euro-Münzen habe ich schon für dich. Wir waren in einem netten Café, dort habe ich solange eingekauft, bis ich alle Münzen hatte. Morgen früh werden wir nach Riga fahren.

Falls es jemanden interessiert, wir haben uns noch nicht in die Köppe bekommen und die Stimmung ist noch sehr gelassen. Es ist komisch, auf einmal wieder ganz normal mit Euro zu bezahlen. Mir fallen ein paar russische Vokabeln wieder ein, obwohl litauisch sehr anders ist als kyrillisch. Heute mussten wir die Uhren 1 Stunde vorstellen, das hätten wir beinahe nicht mitbekommen.

@Barbara: Wenn ich zurück bin, müssen wir unbedingt ganz viel Sport machen!!!!

Kilometerstand in Pajiesmeniai: 141.166
Tagesfahrleistung: 383 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 65 km/Höchstgeschwindigkeit: 91 km/h
Schrittzähler: 11.588

Sonntag, 01.07.2018
Fahrt von Pajiesmeniai nach Riga

Leider hat es gestern Abend geregnet, sodass wir nach dem Essen sofort rein gegangen sind. Als kleine Entschädigung gab es gegen 22 Uhr einen wunderschönen Sonnenuntergang.

 

 

Als Erstes haben wir heute Morgen unseren Heizlüfter angeschmissen. Es war ganz schön kalt.

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Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir gegen 09:30 Uhr auf nach Riga gefahren. Gleich am Anfang der Fahrt haben wir direkt auf der Autobahn getankt. Hier ist das mit dem Tanken wieder anders. Man muss vorher an einem Automaten das Geld bezahlen, die Säule auswählen und dann kann man erst tanken. Man kann für max. 180 € tanken, so haben wir unseren Tank nicht voll gekommen. Es waren nur 128 l bei 150 € (1,10 € pro Liter in Litauen). Wir haben schon nach kurzer Fahrtzeit die Grenze zu Lettland überfahren.

 

 

Die Fahrt nach Riga war wieder ziemlich langweilig. Die Landschaft ist sehr eintönig und flach. Gegen Mittag kamen wir in Riga an. Beinahe wären wir in eine viel zu niedrige Unterführung gefahren. Torsten hat es noch im letzten Moment bemerkt und wir haben dann rückwärts zurück gesetzt. Wenn wir uns das Dach aufgerissen hätten, wäre der Urlaub vorbei gewesen.

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Es waren einige Stellen in Riga, an denen wir nicht weiter kamen. Nach einigen Umwegen kamen wir dann auf dem Campingplatz an. Der Campingplatz befindet sich ca. 3 km vom Stadtzentrum entfernt. Er ist sehr einfach. Es gibt eine kleine Rasenfläche und eine Betonfläche, wo alle eng ang stehen. Unser Platz kostet für 2 Nächste inkl. Strom 42 €. Internet müssten wir separat zahlen mit 3 € für 24 h. Aber Dank der neuen EU-Rooming-Bestimmungen haben wir fast überall in Europa Internet- und Telefonkosten wie Zuhause. Die Toiletten sind in einem Continer und die Duschen 150 m weit entfernt. In Riga gibt es noch einen 2. Campingplatz, einen Betonplatz direkt am Hafen und noch weitere 800 m auswärts. Wir machen das Beste draus. Wir sind dann ganzen Nachmittag durch die Stadt gelaufen. Heute beginnt ein großes Volksfest, welches nur alle 5 Jahre stattfindet und dieses Mal zum 100. Mal. Es laufen ganz viele Menschen in wunderschönen Trachten herum. Das Fest dauert eine ganze Woche. Sorry für die vielen Bilder, ich kann mich mal wieder nicht entscheiden.

 

 

 

 

Ja, ihr schaut richtig, auch hier gibt es die Bremer Stadtmusikanten.

Irgendwann haben wir ein chices Kaufhaus entdeckt. Ich bin von Geschäft zu Geschäft und Torsten hat immer wieder geduldig gewartet. Ich bin sogar fündig geworden.

In einer kleinen Kneipe haben wir am Nachmittag einen Aperol und Bier getrunken und einen Burger und einen Wrap gegessen.

 

 

Gegen 18 Uhr waren wir dann wieder zurück auf unserem Stellplatz. Ganz dicht an uns hat sich ein Russe mit seinem Plastikbomber niedergelassen. Das ist etwas nervig aber nicht zu ändern. Mir macht mein Zahn mal wieder Probleme. Ich hatte 1 Woche Ruhe und jetzt gehen die Schmerzen wieder los. Zum Glück hat mir der Zahnarzt Antibiotika mitgegeben für den Notfall. Die werde ich ab heute nehmen, in der Hoffnung, dass wir nicht eher umkehren müssen. Hier werde ich definitiv nicht zu einem Zahnarzt gehen.

@Papa: Die 2. Karte ist unterwegs.

Lettland:
Fläche: 64.589 qkm
Staatsform: parlamentarische Demokratie
Bevölkerung: 1,96 Mio Einwohner
Hauptstadt: Riga

Kilometerstand in Riga: 141.270
Tagesfahrleistung: 111 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 64 km/Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h
Schrittzähler: 19.348

Montag, 02.07.2018
Fahrt von Riga nach Tallinn

Die ganze Nacht hat es nur geregnet und am Vormittag auch. Daher haben wir beschlossen nicht noch einmal durch Riga zu laufen, denn wir wären klitsch nass geworden. Apropos klitsch nass: Torsten hatte gestern beim Einparken sein Fenster runtergekurbelt. Dummerweise war es heute früh immer noch auf und da es ja die ganze Zeit geregnet hat, war sein Fahrersitz völlig durchgeweicht. Wir konnten natürlich ict stundenlang warten bis der Sitz wieder getrocknet ist und trotz dickem Handtuch ist Torsten während der Fahrt komplett durchnässt am Hintern. Irgendwann hat er sich dann zwischendurch neue Klamotten angezogen und es ging weiter.
Die Fahrt raus Riga heraus war noch abenteuerlich. Wir sind einmal quer durch die ganze Innenstadt gefahren, weil wir nicht überall lang durften. Die Straßen war teilweise sehr holprig und eng.

 

 

Die Fahrt war ziemlich öde. Nach ca. 100 km haben wir Lettland verlassen und sind nach Estland gefahren. Kurz vor der Grenze gab es einen großen Supermarkt. Wir wollten eigentlich noch ein paar Lebensmittel einkaufen, aber wir sind in einem Großhandel für Alkohol gelandet. Also schnell wieder kehrt gemacht und weiter gings. Wir sind streckenweise direkt an der Ostsee entlang gefahren, leider luden die Temperaturen nicht zum Baden ein.

 

 

Auf den Feldern haben wir hin und wieder Störche gesehen. Vor Elchen wurde durch Schilder auch gewarnt, aber es waren keine in Sicht.

 

 

 

Am Tag 8 unserer Reise haben wir unser weitestes Ziel Tallinn erreicht gegen 17:30 Uhr. Es gibt laut Apps nur 2 Campingplätze in Tallinn. Einen davon haben wir ins Navi eingegeben und angesteuert. Die Fahrt war quer durch die Stadt mit vielen Umleitungen. Aber wir haben es auch diese Mal wieder heile geschafft. Der Platz heißt Tallinn-City-Camping und kostet 28 € inkl. Strom. Es ist wieder nur ein Betonplatz inmitten großer Hallen, nichts Gemütliches. Aber egal, wir wollen uns ja morgen die Stadt angucken. Mal schauen, ob wir noch eine weitere Nacht bleiben oder langsam wieder Richtung Süden fahren.

 

 

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Estland:
Fläche: 45.227 qkm
Staatsform: parlamentarische Demokratie
Bevölkerung: 1,3 Mio Einwohner
Hauptstadt: Tallin (423.420 Einwohner)

Diesel kostet hier 1,32 €/l (bisher am Teuersten)

Kilometerstand in Tallinn: 141.585
Tagesfahrleistung: 312 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 64 km/Höchstgeschwindigkeit: 108 km/h
Schrittzähler: 5.423 (wir saßen fast nur im Auto)

2109 km Gesamtfahrleistung Goslar – Tallinn
Durchschnittlich 263 km am Tag

@Mama: Stell dich schon mal seelisch drauf ein, dass wir nach unserer Rückkehr die Sitzkissen neu nähen und beziehen werden! ;-))

Dienstag, 03.07.2018
Tallinn

Eingeschlafen bei Regen, Geschlafen bei Regen, Aufgewacht bei Regen
Aber wir haben lecker gefrühstückt mit Rührei.

 

Mit Linienbussen A1, A34, 5 und 8 kann man sehr gut das Stadtzentrum Hobujaama erreichen. Eine Fahrt kostet 2 €, kann man beim Einsteigen beim Fahrer bezahlen.

Ohne wirklich nachzudenken sind wir in irgendeine Richtung in der Stadt gegangen. Die Altstadt sollte ja nicht weit sein. Nur leider kamen wir dort nicht an. Wir liefen irgendwie drumherum und in die völlig falsche Richtung. Dank Google und Karte haben wir dann nach ca. 1 h endlich in die Alstadt gefunden. In dieser haben wir uns einfach treiben lassen und sind alle Sehenswürdigkeiten abgelaufen, haben super lecker gegessen und waren auch ein bisschen shoppen.

 

 

 

 

Gegen 17 Uhr hatten wir keine Lust mehr und sind dann zurück zu der Haltestelle, wo wir ausgestiegen waren. Nur leider gab es von dort keine Rückfahrmöglichkeit. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir wir die Haltestelle etwas abseits gefunden haben. Wieder auf dem Campingplatz angekommen haben wir überlegt, wie unsere weitere Reise aussehen könnte. Da das Wetter leider nicht wirklich besser wird in den nächsten Tagen, werden wir Richtung Süden aufbrechen nach Liepaja und dort auf die Fähre gehen nach Travemünde fahren, in der Hoffnung auf Sonne. Abfahrt Freitag, 10 Uhr, Ankunft Samstag, 12 Uhr. Dann werden wir noch ein bisschen an der Ostsse bleiben, wenn das Wetter schön ist. Vielleicht kommen uns ja unsere Kinder besuchen!?

Kilometerstand in Tallinn: 141.585
Tagesfahrleistung: 0 km
Schrittzähler: 18.982

@Papa: Es ist wieder eine Postkarte unterwegs.

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Mittwoch, 04.07.2018
Fahrt von Tallin in Richtung Riga, nach Tilaste am Meer

Nach einer schrecklich unruhigen Nacht wurden wir heute morgen gegen 07:30 Uhr extrem unsanft geweckt durch einen großen Baukran. Irgendwann haben wir aus dem Fenster geschaut und waren umzingelt von einem großen Kran. Es gab kein rauskommen mehr für uns. Wir aben dann erheblich Druck an der Rezeption gemacht, denn wir wollten nicht noch den ganzen Tag in Tallin bleiben. nach 2,5 h konnten wir dann abfahren Richtung Riga.

 

 

Wir sind genau die gleiche Strecke wie hinwärts gefahren, denn es ist die Kürzeste und Schnellste. Einen Zwischenstopp haben wir in Pärnu eingelegt, einer wirklich niedlichen kleinen Stadt. Da haben wir wieder super lecker zu Mittag gegessen. Unterwegs haben wir heute die Störche mal fliegen sehen, was in den vorigen Tagen nicht der Fall war. Leider habe ich im Flug keinen erwischt. Während der Fahrt ist das alles nicht so einfach.

 

Eine kleine Pause haben wir dann an der Grenze direkt am Meer eingelegt und sind dann ca. 30 km vor Riga in einen kleinen Ort namens Tilaste angefahren. Hier haben wir einen Parkplatz entdeckt für 6 € die Nacht, direkt am Meer. Wir haben den ganzen Strand für uns alleine. Hier befindet sich auch ein kleines Restaurant mit Meerblick, in dem wir Bier getrunken haben und super leckeres dunkles Brot, angeröstet in Knoblauchbutter. Unser Camper stinkt morgen früh bestimmt ganz dolle und wir auch noch…

 

 

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Überall wo wir Zwischenstopp gemacht haben und die Toiletten benutzt haben, stellten  wir fest, dass es keine Getrennten für Männer und Frauen gibt. Alles teilen sich 1 Toilette. Oftmals wird das Klopapier nicht in der Toilette entsorgt, sondern in einem separaten Behälter. Auf dem Parkplatz in Lilaste hatten wir sogar 2 Dixi-Häuser für uns, die wirklich recht sauber waren. Sogar am Strand standen ein Dixi-Klo und eine Umkleidebox.

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Kilometerstand in Tilaste: 141.838
Tagesfahrleistung: 253 km
Schrittzähler: 8.495
Durchschnittsgeschwindigkeit: 65 km/h, max. 93 km/h

Donnerstag, 05.07.2018
Fahrt von Tilaste nach Liepaja zum Fährhafen

Die Nacht haben wir alleine auf dem großen Parkplatz verbracht. Der Parkplatzwächter hat gegen 19 Uhr den Platz verlassen. Irgendwann kamen dann die Einheimischen auf den Platz und sind zum Strand gegangen. Leider waren diese etwas lauthals. Wir haben von innen alles verriegelt und verrammelt. Es hätte niemand mitbekommen, wenn uns da jemand geklaut hätte

Bei schönstem Sonnenwetter sind wir aufgewacht. Der Parkplatzwächter saß schon in seinem Häuschen. Ich habe noch einen kleinen Abstecher zum Strand gemacht. Es war einfach nur wunderschön. Hier das Bild:

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Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir auf zu unserer letzten großen Fahrt im Baltikum und zwar zum Fähranleger nach Liepada. Wir sind 258 km geahren. Die Fahrt war sehr langweilig. Die Straßen waren teilweise sehr schlecht und wir kamen nur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 65 km/h voran. Wir mussten noch einamal quer durch Riga, aber zum Glück nicht durch die Altstadt. Wie haben also Riga noch bei Sonnenschein erlebt.

 

 

Zwischendurch mussten wir noch einmal voll tanken. Der Preis lag bei 1,20 €/l. In einem kleinen Supermarkt haben wir noch eingekauft, um auch morgen auf der Fähre versorgt zu sein. Es sind immerhin 26 h Fahrt. Am Samstag kommen wir 12 Uhr in Travemünde an. Dann fahren wir nach Lübeck, um unsere Lea abzuholen, und noch ein paar Tage an der Ostsee campen. Ich freue mich total auf meine Püppi.

Jetzt stehen wir auf einem Parkplatz an der Fähre, umgeben von viel Lärm und großen Lkws. Die Nacht wird bestimmt die Hölle, aber wir machen einfach das Beste draus. Hier gibt es freies WLAN und einen Aufenthaltsraum, einen Kaffee-Automaten und Toiletten. Also was braucht man mehr. Etwas Schnaps ist auch noch da. Die Nacht heißt es Wecker stellen, denn wir müssen spätestens 2 Stunden vorher einchecken. Bisher sind wir immer irgendwann nach Lust und Laune aufgestanden.

Jetzt sitze ich ganz alleine im Aufenthaltsraum am Terminal von Stena Line, da ich sonst meinen Blog nicht weiter schreiben kann. Mein Laptop benötigt ja schließlich Strom. Draußen ist es auch furchtbar laut. Aber zum Glück scheint die Sonne…

Kilometerstand in Liepaja: 142.096
Tagesfahrleistung: 258 km
Schrittzähler: kaum gegangen
Durchschnittsgewindigkeit: 65 km/h

Freitag, 06.07.2018
Noch in Liepaja

Die Nacht war wie erwartet extrem unruhig. Um 1 Uhr legte die Fähre aus Deutschland an. Kurz vor dem Klingeln des Weckers um 06:30 Uhr waren wir auch wach. Ab 7 Uhr konnten wir einchecken und uns in die Schlange der Wartendenen Fahrzeuge einreihen. Zuerst wurden die Lkws`s verladen. Wir konnten erst gegen 09:30 Uhr an Bord fahren. Gegen 10 Uhr sind haben wir bei strahlendem Sonnenschein abgelegt.  Hier der Routenverlauf:

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Kurz nach Abfahrt zog sich schon der Himmel zu und wir fuhren im Nebel. Die Fähre ist super klein und es sind hauptsächlich Lkw`s. Die Bar öfnete und die ersten zogen sich den Alkohol in Mengen rein. Die Fähre ist aus dem Jahr 1981, also könnt ihr euch vorstellen wie es hier aussieht und der Zustand ist. Wir müssen 27 Stunden aushalten. Wir haben auf dem Parkplatz ein nettes Paar aus Düsseldorf kennengelernt, da haben wir jemanden zum Smalltalken. Wir erzählen uns unsere Reiseerfahrungen und lernen viel dazu. Anstonsten dölmern wir nur rum, gehen mal ein paar Meter, sitzen wieder. Der Shop auf dem Schiff ist ein Witz. Torsten kann sich nicht einmal mit Zigaretten versorgen. Es gibt nur 2 Schachteln pro Person. Da wir erst 3 Tage vorher die Fähre gebucht haben, gab es nur noch Sitzplätze im Ruhebereich. Wir haben dort unser kleines Lager aufgeschlagen und versucht gegen 23 Uhr zu schlafen. Es ging überhaupt nicht. Die Sitze konnte man nur etwas nach hinten legen, die Armlehnen konnte man nicht bewegen und nur im Sitzen schlafen ging einfach nicht. Torsten ist dann einfach auf das Sonnendeck gegangen und hat dort noch 1 Liege entdeckt, das hat er dann ein bisschen geschlafen, bis er weggejagt wude, es ist nämlich verboten. Dann kam er zu mir in den öffentlichen Raum und wir haben versucht auf den kurzen Sofas zu sclafen. Mit Stuhl ranstellen ging es dann so halbwegs. Wir sind ziemlich gerädert. Also unser Tipp:

Fähre rechtzeitig buchen, am besten mit Kabine und Fenster. Falls nicht möglich Decke mitnehmen, Isomatte und Kissen, damit man sich ggf. auf die Erde legen kann.

CIMG1241So haben wir genächtigt:

In 3 Stunden legen wir in Travemünde an und treffen uns 15 Uhr mit Lea in Lübeck. Dann werden wir noch ein paar Strandtage bei Boltenhagen in Niendorf verbringen.

Wir werden bestimmt schon anfangen zu überlegen, wo die nächste Reise hingehen könnte. Euch allen auch eine tolle Urlaubszeit.

Samstag, 07.07.2018
Lübeck und Hohenkirchen/OT Niendorf

Wir sind pünktlich um 12 Uhr bei schönstem Wetter in Travemünde mit der Fähre angekommen.

Wir sind gleich weiter gefahren nach Lübeck um unsere Tochter vom Bahnhof abzuholen. Das Parken war wieder nicht so leicht und daher mussten wir noch ein Stück zum Bahnhof zu Fuß gehen. Da wir noch 1,5 h Zeit hatten, sind wir durch Lübeck gebummelt. Eine wirklich sehr schöne Stadt aber irgendwie hatten die Städteplaner keinen wirklich guten Blick und haben total hässliche Neubauten auf dem Marktplatz direkt neben diese wunderschönen Gebäude gesetzt. Ich war ziemlich geschockt…

Lea kam pünktlich nach 5-stündiger Fahrt in Lübeck an. Wir haben uns total aufeinander gefreut. Wir haben einen Platz auf dem Campingplatz vorreserviert, da es in der Saison sehr schwierig ist mit solch einem großem Wohnmobil irgendwo unterzukommen. Wir haben problemlos einen großen Platz bekommen. Er liegt allerdings direkt an einer vielbefahrenen Straße. Diese müssen wir überqueren, um zur Ostsee zu kommen. Der Platz kostet uns 29,50 € pro Tag inkl. Strom. Wir müssen alles extra bezahlen: Duschen, WLAN, Waschmaschine. In dem kleinen Einkaufskiosk macht die Verkäuferin auch die Preise nach Lust und Laune. Für uns extrem überteuert. Abends sind wir voller Freude noch an den Strand gegangen. Der Zugang kostet uns auch noch einmal 15 EURO extra. Wir hatten einige Probleme, überhaupt über die Hauptstraße zu kommen. Es gibt nicht mal einen Zebrastreifen auf dieser super befahrenen Straße. Wir sind da sehr verwöhnt vom Baltikum, dort wurde sehr viel Rücksicht auf die Fußgänger genommen. Der Strand war die reine Katastrophe, extrem dreckig und voller Algen und hat sehr dolle gestunken. Dafür mussten wir auch noch bezahlen… Für uns stand sofot klar, hier werden wir keinen Strandtag verbringen. Da direkt vor dem Campingplatz eine Bushaltestelle war, beschlossen wir am nächsten Tag nach Boltenhagen (9 km) entfernt zu fahren. Dies erwies sich als sehr schwierig, da die Busse nur morgens hinfahren und erst 19:47 Uhr wieder zurück. Nach einigem hin und her haben wir eine für uns gute Verbindung gefunden, Hinfahrt 15:07 Uhr, allerdings dann mit einem Taxi zurück. Das war unser Plan für den Sonntag.

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Sonntag, 08.07.2018
Hohenkirchen/OT Niendorf an der Ostsee

Nach einer sehr unruhigen Nacht haben wir gegen 09:30 Uhr gefrühstückt, haben dann vor unserem Womo rumgegammelt, Mittag gekocht und sind dann 15:07 Uhr nach Boltenhagen gefahren. Der Busfahrer war ziemlich unfähig. Wir hatten das Gefühl der Fahrer hatte überhaupt keine Ahnung von der Strecke und den Buspreisen. Irgendwie ist hier die Zeit stehen geblieben, auf dem Campingplatz und auch die Leute hier vor Ort.
Nach 20-minütiger Fahrt sind wir am Kurhaus in Boltenhagen ausgestiegen und direkt zur Promenade gegangen. Es war unglaublich voll überall. Den Strand dürften wir nur betreten, nachdem wir 2,50 € pro entrichtet hätten. Das Meer war voller Quallen und Algen. Uns zog es einfach nicht ins Wasser. Irgendwie fanden wir die ganze Atmosphäre total nervig, haben nur einen Supermarkt aufgesucht, um alles zum Grillen zu kaufen. Sofort danach haben wir uns ein Taxi gesucht und sind zurück zum Campingplatz gefahren für 20 €.

Lea und Torsten haben das Essen zubereitet. Ein kleines Highlight des heutigen Tages. Morgen bis 11 Uhr werden wir abreisen und noch einmal nach Lübeck fahren und ein bisschen shoppen gehen. Anschließend geht es nach Hause.

Montag, 09.07.2018
Fahrt von Niendorf nach Hause

Gegen 08:30 Uhr sind wir aufgewacht, haben gefrühstückt und dann zusammengepackt. Der Himmel war bewölkt, so dass uns der Abschied nicht wirklich schwer fiel. Wir entschieden, noch einmal nach Lübeck zu fahren. Nachdem wir ca. 3500 km unfallfrei zurückgelegt haben, fahren wir durch einen Kreisel in Lübeck und ein älterer Herr mit seinem Golf meinte, er muss uns doch noch den Urlaub verderben und ditschte unseren Lkw hinten rechts an. Und das alles in einem 2-spurigen Kreisel, der sehr befahren war. Wir hielten kurz nach dem Kreisel an und riefen die Polizei. Nach ca. 25 Min. waren sie dann da. Es wurde nicht wiklich aufgenommen, da der Mann aus Hamburg seinen Fehler zugab. Wir tauschten die Personalien und fuhren weiter. Zum Glück ist nichts Schimmeres passiert, aber es war einfach unnötig.

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Nachdem Lea dann auch nichts Passendes beim Shoppen gefunden hat, sind wir gegen 12:30 Uhr aufgebrochen, um nach Hause zu fahren. Leider gab es auf der Autobahn immer wieder Staus. Wir waren gegen 18:15 Uhr dann endlich Daheim. Wir haben nur das Nötigste ausgepackt. Morgen wird dann richtig aufgeräumt.

FAZIT: Die Reise war wunderschön und sehr intensiv. Wir haben uns ziemlich viel vorgenommen auch von der Fahrleistung her. Die vielen Eindrücke sind kaum zu verarbeiten. Auf alle Fälle lohnt es sich wirklich Polen und das Baltikum mal zu bereisen. Die Menschen sind sehr freundlich. Die Landschaft ist wunderschön. Die Länder sind oftmals viel fortschrittlicher als Deutschland, auch besonders was den Service,  die Ausstattung, die Sauberkeit, das WLAN, die Freudlichkeit auf den Campingplätzen betrifft. Auf alle Fälle werden wir künftig häufiger Urlaub an der polnischen Ostsee machen. Von unserer Ostsee sind wir extrem enttäuscht dieses Jahr.

Die grobe Planung für nächstes Jahr steht auch… in die Balkanländer!

In den nächsten Monaten wird der „Dicke“ auch äußerlich ein neues Design erhalten und innen erhält er ebenfalls Kosmetik und einige neue praktische Ablagemöglichkeiten. Ich werde darüber berichten. Falls jemand eine tolle Idee für ein cooles Design hat, einfach melden. Ich habe auch eine Idee, mal sehen, ob sie sich umsetzen lässt.

 

 

 

Ein Gedanke zu „Mit einem Mercedes 814 an der Ostsee entlang ins Baltikum bis Tallinn“

  1. Hallo Annett, ich bin Elvi Lüderitz und habe mit Begeisterung deinen Bericht gelesen und die tollen Bilder begutachtet. Da kann ich euch nur gratulieren zu eurem schönen Gefährt. Diese Art Urlaub zu machen wäre auch meins, natürlich nur mit Klaus.Wir waren auch begeisterte Camper, leider nicht mit diesen Möglichkeiten. Ich hoffe du bist Mutti nicht böse, das sie mir deine Web Adresse gegeben hat. Ich war doch im Mai auch in den Baltik Ländern Allerdings mit dem Bus. Wir fuhren über Warschau, Vilnius, Riga, Tallinn, Helsinki, Tukur, Stockholm, über die Öresundbrücke nach Kopenhagen, Gedser, Warnemünde. Ich habe von Riga und Tallinn die besten Eindrücke, natürlich auch bestes Wetter. Ja liebe Annett dir und deinem Torsten noch viele erlebnisreiche unfallfreie Fahrten. Ich würde mich freuen mal wieder etwas von dir zu lesen. Mutti berichtet manches von dir. Übrigens ist Kirsten und ich auch Fan von Life-Plus. Ich hatte auch schon mal eine Stoffwechsel-Kur gemacht. Nun halte ich mein Gewicht. Nehme aber Ome gold und Proanthenol ein. Es tut mir gut.. Also liebe Grüße von mir

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