Harz-Nordkap-Reise mit dem Bulli 2017

Nordkap-Reise im Sommer 2017. Hier gibt es viele tolle Bilder und Geschichten. Einfach weiterlesen.

19.06.2017

Vor ca. 1 Jahr haben wir mit den Vorbereitungen der Nordkap-Reise begonnen. Eigentlich sollte es eine Motorradtour der beiden Jungs unserer Familie werden. Aber nach einigem Hin und Her haben mein Mann und ich beschlossen mit unserem Bulli aus dem Jahr 1992 die Reise zu machen. Wir haben etwas über 3 Wochen Zeit und werden unsere Reise in Travemünde beginnen mit der Fährüberfahrt nach Malmö.

Die letzten Vorbereitungen laufen. Der Bulli wurde total durchgecheckt. Also steht der Abfahrt am 22.06.17 nichts mehr im Weg.

Routenplanung:

Route

 1. Tag
22.06.2017, 16 Uhr
Goslar, 30 ° Sonne

km-Stand: 327.0991 Anfang

Bulli wird gepackt. Hoffentlich bekommt mein Mann nicht die Krise bei meinen ausgewählten Sachen 😉 Alles ist verstaut. Es sind sogar noch Fächer über. Also Platz für künftiges Geshopptes.

Kaum 20 Minuten unterwegs, schlafe ich ein, in diesem super bequemen Sessel und bei dem gleichmäßigen Getuckere. Die Hauptsache, Torsten bleibt wach.

2 Start

22.06.2017, Hamburg, 20 ° strömender Regen

3 HH

350 km geschafft von mehreren Tausend.

21:00 Uhr Ankunft in Travemünde auf einem Parkplatz am Hafen, Auf dem Baggersand 13 in Lübeck. Es stehen diverse Wohnmobile hier zum Übernachten. Sanitäre Einrichtungen sind abgeschlossen – na super -. Mir soll es egal sein, ich habe „EVAMUS“ dabei. Na dann googelt mal. Eine tolle Erfindung.
Der Stellplatz ist nur eine Notlösung und mit 14 € völlig überteuert.

2. Tag
23.06.2017 Bewölkt und Regen in Travemünde

Pünktlich 7 Uhr waren wir wach und sind 7:20 Uhr vom Platz gerollt, als gerade die Betreiber kamen, um die nächtlichen Ankömmlinge abzukassieren. Wir konnten den 14 EURO für „Nichts“ gerade so entgehen.
Gegenüber von uns haben zwei Niederländer genächtigt. Wir haben ein bisschen Smalltalk gehalten, natürlich über die Bullis. Auf der Fähre haben wir sie wiedergetroffen.

Ab 8 Uhr war Checkin auf die Fähre. Wir wurden sehr freundlich sofort namentlich am Schalter begrüßt (es ist ja alles über uns gespeichert, Kennzeichen, Namen usw…) – es ist wirklich erschreckend -.

Es herrscht reges Treiben an dem Skandinavienkai, irgendwie sehr spannend und aufregend.

Leider lässt uns die Sonne im Stich und auf der Fähre ist es auch recht kühl.
Wir haben noch kurzfristig Brunch und Abendessen für die Fähre, pro Person 17 €, nachgebucht. Wir sind ja schließlich 9 Stunden unterwegs. Es gibt kostenfreies WLAN. Im Nachhinein stellten wir fest, das die Mahlzeiten keine 17 €/Person wert sind. Also lieber Lunchpaket mitnehmen.

Die Sitzplätze auf der Fähre sind relativ gemütlich. Leider sind wir zu nah an der Kinderspielecke, dem „Casino“, der Sauna und dem Gym gelandet. Es ist relativ laut. Einige verkleidete Matrosen meinen hier Party machen zu müssen, am frühen Vormittag.

Auf dem Frühstücksbuffet war alles, was man so braucht (Köttbuller, Eier, frische Brötchen, Würstchen, Käse, Kaffee und Saft).

TIPP: Decke mitnehmen zum Einkuscheln. Die Klimaanlage ist recht kühl.

Wir werden die Ersten sein, die wieder von der Fähre runter fahren dürfen. Alle mussten rückwärts reinsetzen, aber wird durften vorwärts.

10 Faehre

Blick vom Meer auf Travemünde

Unterwegs kurz vor Malmö. Wir unterfahren die Öresundbrücke. Leider haben wir an dem Tag auf der Fähre überhaupt keine Sonne gesehen.

Wir legen an, um 19:30 Uhr, in Malmö bei bewölktem Himmel. Wir starten als 1. Auto von der Fähre runter. Sogar die Fährleute sind total begeistert von unserem Bulli und zeigen ständig Daumen hoch und freuen sich mit uns.

Wir brechen auf nach Jönköping über die E 4.
314 km

Um 21:30 Uhr sind wir fast alleine auf dieser super ausgebauten Straße. Wir rollen dahin laut Tacho: 90 km/h
laut GPS: 85 km/h
bei 3400 Umdrehungen. Unser Bulli töffelt vor sich hin.

Gegen 23:45 Uhr erreichen wir den Campingplatz, Villa Björkhagen, Friggagatan 31, 55454 Jönköping, und suchen uns einfach einen Platz, denn die Rezeption ist nur von 08 bis 23 Uhr geöffnet. Leider regnet es mal wieder.
Am nächsten Morgen bezahlen wir 17,50 € für 1 Nacht. Der Preis ist völlig in Ordnung. Der Campingplatz war sehr leise.

km-Stand: 327.753

3. Tag
24.06.2017, Midsommer

Weiter geht es in Richtung Stockholm auf der E 4. Da wir keine Klimaanlage haben, müssen wir uns anders behelfen; ein Feuerzeug muss herhalten.

Wir haben heute das erste Mal auf schwedischem Boden getankt. Man bezahlt direkt an den Tanksäulen mit Kreditkarte. Nur wie bedient man die, die Anleitung ist auch nur in schwedisch.
Gemeinsam mit einem italienischen Pärchen haben wir es nach langem Hin und Her und der Hilfe des Tankstellenbetreibers geschafft. Hier die Anleitung:
– Kreditkarte in den Schlitz richtig herum stecken
– Pin eingeben und ok
– Tankstellensäulen-Nummer eingeben und ok drücken
– Kreditkarte rausnehmen und tanken
– Soll ein Beleg gedruckt werden:
– Kreditkarte wieder einschieben und ok drücken

Ankunft in Stockholm, Campingplatz Bredäng, Stora Sällskapets väg, super sonniges Wetter
km-Stand: 328.076, gefahrene Kilometer: 329

Problemlos bekommen wir sofort einen Stellplatz zugewiesen. Wir fallen mal wieder auf zwischen diesen großen Wohnmobilen. Kosten 26 € zzgl. 4,50 € Strom. Sehr teuer, die sanitären Einrichtungen sind auch sehr alt und klein.
Halt Hauptstadt, da kann man hohe Preise nehmen. Für die Abreise am nächsten Tag haben wir bis 15 Uhr Zeit, das ist wirklich positiv.

In ca. 700 m befindet sich eine U-Bahnstation, um in das Zentrum zu fahren. Es sind 20 Min. Fahrzeit. Die Bahn fährt alle paar Minuten.
Dann sind wir an der Station „Gamla Stan“, direkt in der Altstadt ausgestiegen und rumgebummelt. Da Feiertag ist, haben die normalen Geschäfte geschlossen. Nur die Touristen wurden in den Nippes-Läden abgezockt.

Hier einige Stockholm-Ansichten

Kuriositäten in den Schaufenstern

 

So sahen einmal die Telefonhäuschen aus:

 

So sehen die öffentlichen Klohäuschen aus: Immer wieder ein ekliges Erlebnis. Hier muss man 5 SEK einwerfen.
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Das Bloggen jeden Abend dauert ca. 1 h.674. Tag
Sonntag, 25.06.2017, Fahrt von Stockholm über Uppsala, Gävle nach Sundsvall

@Momo: Wir waren vorhin im COOP einkaufen. Leider gab es den „Coleslaw“ nicht, aber wir bleiben dran.

Jetzt zu unserer eigentlichen Fahrt zurück. Von Stockholm ging es, wieder auf der E 4, nach Uppsala. Eine wunderschöne Studentenstadt mit 200.000 Einwohnern. Die Universität gehört zu den Renommiertesten Europas. Wir haben den wunderschönen Dom aus dem Jahr 1435 besichtigt. Der Gottesdienst ging gerade zu Ende und wir konnten der imposanten Orgel ein wenig lauschen.

 

Dann schlenderten wir noch ein wenig durch die Innenstadt und haben geshoppt, da die Geschäfte teilweise auf hatten.

In Uppsala werden die Fahrräder im Bachlauf entsorgt.
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Wir fuhren weiter nach Gävle. Der Reiseführer hat die Stadt ganz nett beschrieben, aber wir konnten dort nichts Schönes entdecken. Wir haben einen super leckeren Kaffee getrunken und sind dann weiter nach Sundsvall, immer der E 4 entlang. Auf der Gegenspur waren zwischenzeitlich kilometerlange Staus. Die Schweden sind immer schön auf der rechten Spur geblieben. Das war ungewohnt mit anzusehen. In Deutschland wäre noch links vorbei gebügelt.

Gegen 18:30 Uhr kamen wir auf einem wunderschönen Campingplatz in Sundsvall an, http://www.sundsvallscamping.se/bo-pa-sundsvalls-camping/bo-med-husvagn-eller-husbil/.
Wir haben relativ freie Platzwahl und uns direkt an den See gestellt. Hoffentlich bereuen wir das nicht und werden von den Mücken zerstochen. Noch habe ich keine gesichtet. Aber ich finde es merkwürdig, dass die Schweden alle in ihren Wohnwagen sitzen und niemand davor. Langsam bekomme ich echt Angst, denn die Mücken lieben mein Blut.

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Torsten hat gerade für uns gekocht. Heute gibt es Reis und Würstchengulasch mit Paprika und Tomaten und dazu natürlich Wein und danach Wodka.

Wir haben jetzt insgesamt von Malmö nach Sundsvall 985 km zurückgelegt. Wir liegen super im Zeitplan.

Kilometer-Stand: 328.485

TIP: Bezahlung mit Kreditkarte auf Campingplätzen ist völlig problemlos.

Impressionen vom Campingplatz:

Je nördlicher wir kommen, um so heller bleibt es nachts – haben wir das Gefühl -.
Um Mitternacht: (Wahrscheinlich kommt meine Schlafbrille doch noch zum Einsatz).
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5. Tag
Montag, 26.06.2017 Fahrt von Sundsvall nach Ältäna

Die Nacht über hat es geregnet und der Morgen war auch recht trüb. Trotzdem wir so nah am Wasser waren, waren keine Mücken da. Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir auf Richtung Umea, weiter auf der E 4 entlang.

Zuerst machen wir noch einmal Halt und kauften in einem riesig großen COOP-Supermarkt ein. Irrsinnig groß und eine wahnsinnige Auswahl. Bei dem Einkaufen beschließen wir, am Abend zu grillen. Wir kaufen Grillkohle, Fleisch und ein bisschen Gemüse.

Einige Impressionen von unterwegs:

Auf der E 4 werden heute diverse Straßenbauarbeiten durchgefüht. Es kommt immer wieder zu Verzögerungen. Wir sind entlang vieler Skiorte gefahren. Wir machen einen kurzen Stop in Umea und bummeln durch die Stadt. Aber können nichts Sehenswertes entdecken und fahren nach ein paar Minuten weiter. Wir haben auch kein Parkticket gezogen, weil wir mal wieder nicht mit der Anleitung klar kamen. Es wird kaum Bargeld akzeptiert. Wir lassen es drauf ankommen.

Uns fällt auf, dass die Autofahrer in Schweden grundsätzulich durch diese Schilder auf Radarkontrollen aufmerksam gemacht werden. Wer sich dann noch erwischen lässt, ist selber Schuld.

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Nach 45 Minuten erreichen wir unser angesteuertes Ziel, einen Campingplatz in Änäset, Galckbacken 1 für 250 SEk die Nacht, inkl. Strom.
Es herrscht freie Platzwahl. Es gibt sogar ein beheiztes Freibad. Aber so richtig können wir uns nicht durchdringen, dort zu baden. Wir wären auch die Einzigen. Wir haben einen schönen sonnigen Plaltz ausgewählt. Nur leider gibt es ein großes Problem, nämlich Mücken ohne Ende. Ich sprühe mich und die ganze Kleidung sofort mit Anti Brumm ein. Ich habe echt Angst vor der Nacht. Natürlich müssen wir dann unter dem Moskitonetz schlafen. Aber bei meinem Glück erwischen die mich trotzdem. Die Fliegenklatsche kommt dann auch mal zum Einsatz.

Der Grill wird gerade angeheizt und dann speisen wir genüsslich.

gefahren: 355 km
Kilometer-Stand: 328.830
Die Reisegeschwindigkeit liegt bei:
laut Tacho: 85 km/h
laut GPS: 81 km/h
bei 3200 Umdrehungen
Bisher bringt uns der Bulli zuverlässig und ruhig überall hin.

6. Tag
Dienstag, 27.06.2017 Fahrt von Ältäna nach Gällivare

Die Nacht war einfach nur schrecklich. Ich habe kaum geschlafen und wurde total zerstochen von Mücken. Torsten hat nicht 1 Stich. Das ist so gemein …heul…

Wir machen uns auf den Weg, um den Napapirii zu überqueren.

In einem Reiseführer habe ich von einer Gerberei gelesen, die einzigartig in Skandinavien ist. Da sie auf unserem Weg liegt, musste ich da natürlich hin. Also machten wir uns auf den Weg nach Piteå:

Jan Sandlund, 3rd generation bark tanner
Böle Garveri AB
Nya Älvvägen 647
94191 Piteå, Sweden
cellph: +46 70 666 2023
jan@boletannery.com
http://www.boletannery.com

Hier werden edle Lederwaren nach alter Tradition und mit altem Werkzeug handgefertigt, seit 1899. Internetseite: http://www.boleby.com

Jan Sandlund, der Besitzer, erzählt uns, dass er auch das schwedische Königshaus beliefert, sowie Janet Jackson, Diplomaten und überhaupt ganz viele reiche Leute auf der Welt. Torsten hat sich auch eine wunderschöne Aktentasche für die Arbeit ausgesucht. Aber bei 4000 € hätte die Anschaffung unsere Reisekasse gesprengt.
Wir durften uns alles anschauen, auch die Gerberei und die Werkstatt. Das war natürlich was für mich. Ein bisschen Geld haben wir dann doch dort gelassen und ich habe einige Lederreste geschenkt bekommen ;-))

Video: Bole Single Minister Briefcase vs Louis Vuitton LV Robusto
https://www.youtube.com/attribution_link?a=gjWvNEcfGrc&u=%2Fwatch%3Fv%3D2v2qLHy1YJ0%26feature%3Dshare

Jan erzählte uns, was wir unbedingt noch anschauen sollten. Das haben wir natürlich gemacht. Abseits der Touristenstraße sind wir dann auf der 374 nach Storforsen zu den Wasserfällen gefahren. Das war ein unglaublich schönes Naturschauspiel.

Video vom Wasserfall folgt, wenn ich ein Bezahl-Update bei WordPress mache…

Man muss nur mal Reiseführer lesen und sich mit Einheimischen unterhalten, dann kann man ganz viel entdecken und erleben…

Dann ging es weiter auf der 374 nach Jockkmokk. Doch leider kam plötzlich eine Straßensperrung und wir mussten rechts abbiegen, Richtung Harads. Nur auf super kleinen, unbefestigten Schotterstraßen. Die Stimmung des Fahrers ging immer mehr runter.

Nach ca. 1 h Schotterpisten kamen wir auf die 97 und fuhren dann nach Jokkmokk und überquerten vorher den Polarkreis. Wie es sich gehört, haben wir natürlich angehalten und Fotos gemacht.

Endlich erreichten wir Jokkmokk. Eine wunderschöne, kleine samische Stadt. Rundherum liegen viele kleine Naturschutzgebiete, zusammengefasst zu dem Gebiet von „Laponia“, 1996 zum Weltkulturerbe erklärt.

Wir durchfahren die Tundra, das schwedische Lappland. Es gibt große Wasserkraftwerke und riesige Stauseeen.

Gegen 20 Uhr erreichen wir Gällivare zum Campingplatz, Kvarnbacksvägen 2. Kosten für die Nacht inkl. Strom: 230 SEK.
Der Ort ist von hohen Bergen umgeben, wo noch Schnee zu entdecken ist. Es ist ganz kalt geworden. Wir holen langsam unsere dicken Sachen raus.

gefahren: 501 km
Kilometer-Stand: 328.830

Uns fehlen noch 712 km bis zum Nordkap.

7. Tag
Mittwoch, 28.06.2017 Fahrt von Gällivare über Karesuando (SE) nach Kilpisärvi (FI)

Letze Nacht bin ich um 04:30 Uhr wach geworden, weil die Sonne so hell geschienen hat. Dann bin ich aufgestanden, um dieses Foto zu machen:

280601

Dann habe ich versucht noch bis 07:30 Uhr zu schlafen, aber das war schwierig.
Mir fehlen meine Morgengymnastik und das Yoga bei Anja. Ich habe das Gefühl, ich roste ein.
Ja – ich weiß – ich könnte mich ja an einen See stellen und Yoga machen, aber irgendwie passt das nicht.

Gegen 10 Uhr sind wir dann aufgebrochen über die E 10, E 45 nach Karesuando, an der finnischen Grenze. Wenige Meter weiter beginnt Finnland. Gegen 14 Uhr waren wir in Finnland und fanden es komisch, wieder in EURO zu bezahlen. Wir sind natürlich typische Touristen und auf einen Lappland-Shop „reingefallen“.

Gefühlt sind wir heute ewig gefahren auf der E 8. Uns umschloss die unendliche Weite Finnlands. Viele Kilometer auf nur einer Straße mit kaum Verkehr. Ab und zu hat uns mal jemand überholt. Torsten ist hier nicht der Schnellste, wie in Deutschland. Eher das Gegenteil, der Langsamste. [Ich hab dich lieb :-))].

Wir fuhren und fuhren und fuhren, wir überholten sogar einige einsame Fahrradfahrer. 280609
Dann plötzlich vor uns 3 Rentiere. Zum Glück hatte ich sofort Kamera und Handy parat:

Der Tag war gerettet, endlich ein Highlight. Zwischendurch hat es immer wieder geregnet bei 14 Grad. Doch je weiter wir in Richtung Berge (seht, schneebedeckt) fuhren, kam die Sonne immer länger zur Vorschein. Auf dem nächstmöglichen Campingplatz, direkt an der E 8 in 99490 Kilpisjärvi, Käsivarrentie 14188 auf dem Platz „Tundrea“ checkten wir ein. Wir wurden ziemlich durchgeschüttelt auf der finnischen Straße.
Die Nacht kostet 25 €, duschen extra 1 € für die erste Minute, 2 € bei vier Minuten (das finden wir sehr merkwürdig). Also kein stundenlanges Duschen angesagt.

Zu Essen gab es heute Reis mit Köttbuller und Tomatensoße. Es war wieder lecker.
Danke Torte280628

gefahren: 266 km
Kilometer-Stand: 329.667
… fast am Nordkap, nur noch 567 km

8. Tag
29.06.2017 Fahrt von Kilpisjärvi (FI), 3 km weiter nach Norwegen auf der E 8 nach Alta

Die letzte Nacht war ziemlich kalt. Wir müssen wohl mehr trinken oder näher zusammenrücken. Na mal sehen…
Ich bin wieder Mitternacht wach geworden und da entstand dieses Bild. Ihr seht, es ist sehr hell.

Da wir fast alleine auf diesem Platz waren, haben wir uns dann breit gemacht und auf der benachbarten Terrasse gefrühstückt neben kleiner Holzhütte und Schneemobil. Wir waren gestern zu früh abgebogen und nicht auf dem eigentlichen Campingplatz gelandet. Im Nachhinein super für uns. Wir sind 542 m hoch.

Im tollsten Sonnenschein brechen wir auf nach Norwegen. Wir fahren nur ca. 5 Minuten und sind schon in Norwegen. Es ist unglaublich, wie schnell sich die Landschaft ändert. Wir fahren vielen Kurven und immer weiter auf die schneebedeckten Berge zu. Es war eine unglaublich tolle, wunderschöne Fahrt immer entlang der Fjorde. Die E 6 ist super ausgebaut und es war nicht wirklich viel Verkehr.

Wir kommen aus dem Staunen kaum raus. Es ist einfach nur atemberaubend schön.

Wir kommen an einigen großen Baustellen vorbei. Dort werden neue Tunnel gebaut. Die Gesteinsmassen werden aus dem Berg rausgeholt und einfach am Wasser abgekippt und so wird neues Festland gewonnen.

Unser Bulli hatte heute auch gut zu tun. Ihm wurde ganz schön warm bei den Steigungen. Aber er hat sich wieder erholt. Nur leider ist unser Kilometerzähler ausgefallen. Zum Glück geht der Tageskilometerzähler noch.

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Unterwegs haben wir im Schnee gehalten und wieder Rentiere gesehen.

Nachdem wir heute 451 km zurückgelegt haben, sind wir gegen 16:30 Uhr in Alta angekommen. Eine relativ große Stadt mit 19.000 Einwohnern. Sie ist bekannt für ihre Felsbilder, die die Menschen der Steinzeit entlang des Altafjordes hinterlassen haben. Schon vor mehrals 10.000 Jahren lebten hier Menschen.

Wir befinden uns 12 Meter über dem Meeresspiegel, auf dem Campingplatz Alta Strand, Steinvossveien 29. Der Platz kostet 230 NOK zzgl. Strom 40 NOK. Auch hier haben wir wieder freie Platzwahl. Zu Essen gibt es heute Gemüsesuppe, natürlich frisch gekocht von Herrn P.

Heute ist bei uns Waschtag. Liebste Mama, ich weiß, so hängt man keine Wäsche auf, aber wir haben nur spartanische Möglichkeiten – die Hauptsache wieder sauber -.

2906099

gefahren: 351 km
Morgen erreichen wir das Nordkap, in nur 240 km.

9. Tag
Freitag, 30.06.2017 von Alta zum Nordkap und wieder zurück bis Olderfjord

In der Nacht zum Freitag bin ich lange aufgeblieben und habe mich mit unserem Nachbarn versucht zu unterhalten. Er kam die lange Strecke von Barcelona zum Nordkap gefahren. Leider konnte er kein Englisch und ich kein Spanisch, so dass wir es mit Google-Übersetzer versucht haben, aber es kam nicht viel zu stande.

Um Mitternacht habe ich dann dieses Bild gemacht:

3006001a

und um 02:00 Uhr dieses Aufnahme:

3006001

Dieses Licht ist einfach nur unglaublich schön.

TIPP: Bei der Wahl des Platzes auf den Stand der Sonne achten. Wenn man gut steht, hat man nur Sonne.

Gegen 10:30 Uhr sind wir dann zu dem Museum mit den Felszeichnungen gefahren. Das Museum hat bereits morgens ab 8 Uhr auf. Wir haben 2 Tickets gekauft für 220 NOK. Dazu gab es Erklärungen in deutscher Sprache. Dort wir sind den 3 km langen Spazierweg durchgangen und haben uns die uralten Felszeichnungen angesehen. Weltkulturerbe Felskunst in Alta, gefunden 1960 – 1970. Weltkulturerbe seit 1985. ca. 6000 Figuren, 2000 – 7000 Jahre alt.
Ich war froh, mich endlich mal ein bisschen bewegen zu können.

Hier einige Impressionen:

Um 12:30 Uhr sind wir dann zum Nordkap aufgebrochen bei unglaublich warmen Temperaturen und strahlend blauem Himmel. Die Fahrt verlief problemlos, unser Bulli hat uns nicht im Stich gelassen, besonders bei den teilweise langen Steigungen. Wir fanden, es ließ sich ganz gut fahren (bis auf einige Stellen,  wo die Entgegenkommenden die Spur nicht halten konnten bzw. einfach immer langsamer wurden, und uns den Schwung nahmen). Teilweise waren wir ziemlich alleine auf der Straße. Wir haben sehr viele kleine Herden mit Rentieren gesehen. Wir sind nur bei Sonnenschein gefahren. Die Landschaft und die Fjorde zeigten sich in den schillerndsten Farben. Ich hoffe, meine Aufnahmen können einen kleinen Eindruck vermitteln.

Um 16:40 Uhr trafen wir auf dem Nordkap ein. Gleich am Anfang steht ein Kassenhäuschen. Mit 540 NOK wurde erstmal unsere Kreditkarte belastet (ca. 54 €). Wir durften damit 24 h auf dem Gelände stehen. Frühstück hätten wir auch gleich buchen können für 16 € pro Person. Wir haben uns dann eingereiht in die Riege der Wohnmobile.

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Die Reisebusse haben einen separten, riesen großen Stellplatz. Wir kamen zu einem super Zeitpunkt an. Es war nur 1 Reisebus da. Wir konnten uns alleine an die Weltkugel stellen und Fotos machen. Dann sind wir in dem Haus rumgeschlendert, haben ein bisschen Kaffee getrunken (2 Cappuccino und 2 Stückchen trockenen Kuchen für 16 €). Dann waren wir noch im Touristen-Shop einkaufen. Plötzlich wurde es total voll, so gegen 18 Uhr flogen die Reisebusse nur so ein. Unglaublich, welche Menschenmengen da plötzlich alles belagerten und die Sonne schien auch nicht mehr. Wir hatten so ein irres Glück mit dem Wetter (…wenn Engel reisen…)
Schnell wurde es uns zu trubelig und wir verwarfen unseren Plan, am Nordkap zu übernachten. So fuhren wir gegen 19:20 Uhr die Strecke wieder zurück bis Olderfjord. Hier haben wir einen kleinen, einfachen Campingplatz gefunden und uns einfach in die erste Reihe direkt am Wasser hingestellt und den Strom angezapft, damit ich meinen Blog schreiben kann. Heute Nacht hören wir das Rauschen des Meeres. Fast wie Yoga mit „Meeresrauschen“.

Inzwischen brauche ich jeden Tag mehr Zeit, denn ich habe unglaublich viele Bilder gemacht. Die Auswahl fällt mir echt schwer. Inzwischen ist es 23:50 Uhr und ich muss noch alle Bilder bearbeiten. Torsten hat es sich inzwischen gemütlich gemacht und schläft. Er ist echt erschöpft, nach der langen, anstrengenden Fahrerei. Er ist super gefahren :-))

Ich habe gerade Nachricht von unserer Verwandschaft aus Oslo erhalten. Wir wollen morgen weiter nach Tromsø fahren. Dort hat meine Oma Gudrun noch einen 94 Jahre alten Cousin. Einen Teil der Verwandtschaft werden wir am Ende unserer Reise kurz vor unserer Abfahrt in der Nähe Oslo in ihrer Ferienhütte besuchen. Aber davon berichte ich, wenn es soweit ist. Es ist 01:00 Uhr. Jetzt muss ich versuchen ein bisschen zu schlafen.

gefahren: von Alta zum Nordkap: 241 km
gesamt gefahren am 30.06.2017: 401 km

Insgesamt sind wir ca. 2700 km mit dem Bulli von Goslar bis zum Nordkap gefahren. Es ist erstaunlich, dass er den langen Tunnel 2 Mal geschafft hat. Torte ist ganz stolz auf seinen Bulli-Bus  :-))

10. Tag
Samstag, 01.07.2017 Fahrt von Oldenfjord bis Tromsø

Wir sind mit strahlend blauem Himmel aufgewacht. Das Wetter meint es wirklich gut mit uns. Die Sonne verwöhnt uns, im Gegenteil zu euch im kalten, nassen Deutschland. Ich schicke euch gerne die Sonne in eure Herzen.

Ab Mitternacht schien wieder die Sonne auf uns und im herrlichsten Sonnenschein haben wir am Oldenfjord gefrühstückt. Die sanitären Einrichtungen auf dem Campingplatz ließen zu Wünschen übrig. Aber da wir erst nach 22 Uhr ankamen, haben wir uns einfach irgendwo hingestellt, den Strom angezapft und sind nach dem Frühstück abgereist – ohne zu bezahlen -. Dafür haben wir auf dem Nordkap ausreichend Geld gelassen.

Heutige Fahr-Impressionen (auch wieder Rentiere dabei):

Unser heutiges Tagesziel ist Tromsø. Die größte aller nördlichsten Städte. Tromsø wird auch das Paris des Nordens genannt (werden wir uns morgen anschauen). Die Stadt zählt ca. 69.000 Einwohner, eine hübsche Hafenstadt mit einer legendigen Kultur- und Restaurantszene mit ausgeprägtem Studenten- und Nachtleben. Ich möchte mir unbedingt die Eismeerkathedrale ansehen. Morgen berichte ich davon.

Wie schon geschrieben, sind wir bei herrlichstem Sommerwetter in dünnen Sachen aufgebrochen, wieder entlang nach Alta bis Olderdalen, um dort auf die Fähre nach Lyngseidet zu fahren. Wir hatten Glück und mussten nur 30 Minuten warten, bis wir auf die Fähre fahren konnten. Die Kosten betrugen 163 NOK. Auf dem Anleger unterhielten wir uns mit einem jungen Paar mit Kleinkind aus München. Die Drei sind schon seit 4 Wochen unterwegs über Polen, die Balakanländer, Finnland nach Norwegen. Jetzt wollen sie noch 4 Wochen Norwegens Küste bereisen.
Schade, dass es zu unseren Kleinstkind-Zeiten noch keine Elternzeit gab. Wahrscheinlich wären wir auch rumgereist…

Nach 30 Minuten Fahrtzeit kamen wir mit der Fähre in Lyngseidet an. Dann ging es sofort auf der Straße 23 km weiter nach Svensby, um auf die Fähre nach Fagernes zu kommen. So haben wir 100 km Fahrt auf der Straße gespart. Die Fähre kostete 122 NOK und fuhr auch ca. 30 Minuten.

Dann fuhren wir direkt nach Tromsø durch und kamen 18:20 Uhr auf dem Campingplatz TUIL AS Tromsø Camping, Arthur Arnitzens veg 10, 9020 Tromsø, an. Die Rezeption war voll und wir mussten eine Weile warten. Wir bekamen einen“ besonderen“ Stellplatz zugewiesen, direkt neben den Holzhütten und vor den sanitären Einrichtungen für 365 NOK inkl. Strom. Auf dem Plaz haben sofort kehrt gemacht und ließen uns einen anderen Platz zuweisen. Der Campingplatz ist ziemlich ausgebucht und wir haben dann einen Platz direkt an einem Bachlauf (viele Mücken … aaaaahhhhhh) zugewiesen bekommen. Ein super schöner Platz, nur ein ziemlich lautes Plätschern, aber egal, erinnert mich an Yoga (habe ich aufgenommen für die nächste End-Entspannung).

TIPP: Campingplatz in Tromsø vorher buchen während der Saison.

In Alta haben wir noch eingekauft. Wir haben mal wieder Lust auf Grillen. Seht selber: Einfach nur wieder lecker. Und Mädels – schaut richtig hin – heute kommt der „geliebte und gleichzeitig gehasste Lakritzschnaps“ zum Einsatz. Torsten hasst ihn übrigens. Dann bleibt mir mehr.

Morgen berichte ich dann von unserer Fahrt nach Narvik.

gefahren: 407 km
Insgesamt: 3107 km

11. Tag
Sonntag, 02.07.2017 von Tromsø über Narvik nach Ballangen

Heute morgen sind wir erst gegen 09 Uhr aufgewacht. Wir kommen ganz schön durcheinander aufgrund der Helligkeit. Nach einer ausgiebigen Dusche in dem nagelneuen, hochmodernen Sanitärkomplex haben wir in Ruhe gefrühstückt. Bei dem Campingplatz in Tromsø ist alles mit Chipkarten geregelt. Man bekommt überall hin nur Zugang mit solch einer Karte. Selbst duschen kann man nur, wenn man diese aufgeladene Karte hat. Es gibt eine große Küche mit diversen Küchengeräten, einen Stillraum, Aufenthaltsraum – einfach eine coole Anlage. Sehr zu empfehlen. Es war bisher auch der teuerste Platz mit 365 NOK.

Wir fuhren ca. 5 Minuten und waren an der Eismeerkathedrale angekommen. Leider durften wir nicht rein, es war gerade Gottesdienst. Wir hätten noch 3 Stunden warten müssen, bis sie für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen wäre.

Also fuhren weiter, über die große Tromsøbrücke in die Innenstadt. Wir schlenderten ein bisschen am Hafen entlang, bis zum Polaris-Erlebniscenter. Aus Zeitgründen gingen wir nicht hinein. Am Kai waren leider keine Schiffe der Hurtigruten zu sehen.

Torsten guckt natürlich immerzu nach Autos.

Hier bekommt ihr mal einen kleinen Einblick in die Essenspreise einer einfachen Gaststätte (Umrechnung ca. 1 € = 10 NOK):

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Gegen 12 Uhr bei bewölktem Himmel brachen wir auf nach Narvik. Die Fahrt war wieder recht kurvenreich und bergig. Torsten fand die Fahrt sehr anstrengend. Häufiger wurde von hinten gedrängelt, aber wir können nun mal nicht schneller. Die Autofahrer sind hier nicht so entspannt wie in Schweden – ist sein Empfinden. Zwischendurch schien herrlich die Sonne und es war richtig warm.

Heute habe ich durch Zufall gelesen, dass wir Maut/Straßengebühren zahlen müssen. Ich logge mich gleich mal auf der Seite: http://www.autopass.no/Besucher (Zahlung für Besucher). Die Anmeldung gilt nur für Norwegen. Man bekommt einen Link per Mail zugeschickt und dann geht es ans Registrieren des Fahrzeuges.
TIPP: Registrierung vor Reiseantritt oder bis 14 Tage nach der ersten Durchfahrt möglich! Auch ohne Registrierung wird das Fahrzeug erfasst und es kommt eine Rechnung nach Deutschland zzgl. 45 €, wenn nicht auf der Bezahl-Spur gefahren wird.

Auch hier in Norwegen befinden sich Hinweisschilder auf kommende Blitzer.

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Kurz vor Narvik:

Endlich gegen 16:15 Uhr in Narvik, können aber keinen Campingplatz finden. 2 wurden im Netz angezeigt, aber keiner war für uns auffindbar. Also fuhren wir weiter auf der E 6 Richtung Trondheim (noch 980 km). Langsam wurde Torsten immer unruhiger, weil auf weiter Flur einfach kein Campingplatz in Sicht war… dann endlich die Erlösung, direkt an der E 6 in Ballangen. Wir sind sofort rechts abgebogen, haben uns angemeldet (295 NOK) und stehen nun auf dem Platz. Seit unserer Ankunft regnet es. Jetzt stellen wir fest, was wir so alles an Nützlichem bei schlechtem Wetter vergessen haben: Heizlüfter, Thermoskanne, Wasserkocher. Egal, wir werden es schon überleben, dann gehen wir heute mal früher schlafen, in der Hoffnung, dass es morgen wieder trocken ist.

gefahren: 305 km, 778 ab Nordkap, Durchschnittliche Geschwindigkeit 65 km/h
Insgesamt: 3412 km mit Bulli zurückgelegt

12. Tag
Montag, 03.07.2017 von Ballangen nach Fauske auf der E 6

Die ganze Nacht hat es geregnet. Ich bin so froh, dass wir in die Markise investiert haben. Darunter kann man trotz Regen ganz gut sitzen.

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Gegen 10:30 Uhr sind wir aufgebrochen, weiter auf der E 6 in Richtung Trondheim. Es hörte die ganze Fahrt nicht auf zu regnen. Die Straßen waren wieder extrem bergig, kurvig und relativ eng.

In Skarberget sind wir auf die Fähre nach Bognes gefahren. Die Fahrt dauerte ca. 20 Minuten und kostete (Auto 115 NOK, 42 NOK 2 Personen).

So tuckelten wir dahin, gefühlt waren wir unendlich lange unterwegs. Die Natur blieb immer gleich, heute war es einfach nur trist, nass und alles grau in grau. Unsere Stimmung ist ein bisschen unten…

Gegen 15:30 Uhr erreichten wir die nächste größere Stadt, Fauske. Dort suchten wir gleich das große Einkaufszentrum am Eingang auf und kauften uns einen kleinen Heizlüfter zum Enteisen von Frontscheiben (Kupevarmer), eine Thermoskanne und frisches Essen. Nach weiteren 5 Minuten Fahrt erreichten wir dann den Campingplatz. Fauske Camping & Motell A/S, Saltdalsveien 23, 8211 Fauske. Der Campingplatz ist sehr rustikal, aus dem Jahr 1960. Einfach, aber sauber. Die Stellplätze sind alle relativ abschüssig, so dass wir eine Weile brauchten, um für uns einen passenden Platz zu finden (ohne in großen Pfützen zu versinken). Wir haben ein schönes einsames Plätzchen gefunden für 32,29 € (300 NOK):

Torsten hat wieder lecker für uns gekocht. Fast wie zu Hause, nur mit Plastikgeschirr.

Gefahren: 201 km, mit durchschnittlich 60 km/h (zum Einschlafen), 985 km seit dem Nordkap
Insgesamt: 3613 km

13. Tag
Dienstag, 04.07.2017 von Fauske nach Mo i Rana immer auf der E 6

Zum Glück hat es heute früh aufgehört zu regnen. Die ganze Nacht hatte es noch geregnet. Wir haben versucht alles halbwegs trocken zu bekommen und sind dann gegen 11 Uhr los.

Heute haben wir wieder den Polarkreis überquert und kurz Halt gemacht an dem Polarkreis-Zentrum. Ich musste mal wieder die Kreditkarte glühen lassen ;-( Dort waren wir auf einer Höhe von 668 m. Es lag noch Schnee und es war wenig Vegetation vorhanden. Schon merkwürdig, wenn man das mit Hahnenklee vergleicht, dass auf geicher Höhe in etwa liegt.

Die Straßen waren heute ganz okay. Allerdings sind wir gefühlte 100 km nur Baustelle gefahren. An der E 6 entlang wird eine neue E 6 gebaut. Es ist unglaublich, was hier für Felsgestein bewegt werden muss, um neue Straßen zu bauen. Da finde ich es völlig in Ordnung, dass hier Straßenmaut erhoben wird. Am meisten sind hier die Touristen unterwegs.

13 km vor unserem Ziel, Mo i Rana befindet sich die Grønlinggrotta. Die letzten 2 km bis hoch zur Grotte waren sehr aufregend, denn die Straße war absolut schmal und extrem steil und kurvig. Da hat es bestimmt schon etliche Male gekracht. Aber wir hatten Glück und sind gut hoch und runter gekommen. Oben angekommen, befindet sich ein Restaurant und der Kartenverkauf. Eintritt kostet 175 NOK pro Person. Die Führungen sind zu jeder vollen Stunde und dauern 45 Minuten. Ich habe mir ein Ticket gekauft und habe die Höhlenführung mitgemacht. Die Führung war auf englisch. Wir waren 800 m tief unten. Die Grotte ist als Einzige elektrisch beleuchtet. Hier kann man einen unterirdirschen Fluß mit Wasserfällen sehen und einen großen Granitblock, der vom Gletschereis mehrere Kilometer in die Höhle verfrachtet wurde. Etwa 4000 Meter unterirdische Gänge sind untersucht und kartiert worden.

Torsten hat draußen gewartet, ihn hat das nicht interessiert. So atemberaubend fand ich die Grotte auch nicht, da sind unsere Höhlen im Ostharz interessanter.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir dann den Campingplatz: Mo i Rana Camping, Auch hier haben wir problemlos einen Stellplatz bekommen für 305 NOK. Leider ist das WLAN zusammengebrochen. Mal schauen, wann es wieder funktioniert. Bei dem Platz ist die Besonderheit, dass wir eine Chip-Karte für den Strom bekommen haben – ganz neu für uns. Aber egal, wir können die Kühlbox anschließen und Handys und Laptop laden. Heute war großer Bulli-Innenraum-Putz angesagt.

Morgen schauen wir mal, ob wir bis an den Gletscher kommen. Ich werde berichten.

Gefahren: 202 km, mit durchschnittlich 59 km/h
Insgesamt: 3815 km

14. Tag
Mittwoch, 05.07.2017 von Mo i Rana nach Mosjøen an der E 6

Gestern Abend haben wir es nicht lange draußen ausgehalten, weil es so windig war. Wir haben unsere Markise eingefahren und im Bett gelesen. Endlich komme ich mit meinem 10. Band von 12 weiter. Der Campingplatz in Mo i Rana ließ sehr zu Wünschen übrig. Das Internet ging auch am nächsten Morgen noch nicht – das geht garnicht in der heutigen Zeit -. Es gab nur 4 Duschen/WC für Männer und Frauen gemeinsam. Man musste Anstehen. Es gab nur 1 Abwaschbecken und keinerlei Zusatz wie Spülmittel, Töpfe oder Leihgeschirr… Das Schlimmste war der nächtliche Lärm. Gleich in der Nähe befindet sich ein Kraftwerk. Es gab die ganze Nacht ein Brummen und Grollen.

Gegen 10 Uhr sind wir dann wieder in Richtung der Grotte vom Vortag aufgebrochen und noch 12 km weiter zum Bootsanlager gefahren, um mit einem kleinen Boot Richtung Gletscher nach Svartisen zu fahren. Dort angekommen fuhr nur wenige Minuten später das Boot um 11 Uhr ab. Bezahlung nur in bar: 360 NOK für 2 Personen für 20 Minuten Fahrt hin und zurück (12:40 Uhr, 13:40 Uhr bis 17:40 Uhr) Unser letztes Bargeld ging drauf.

Nichts ahnend begaben wir uns auf die 3 km Wanderung zum Gletscher. Was sind schon 3 km? Normal ein leichtes Zucken. Aber hier haben wir für 3 km eine Stunde gebraucht und es ging nur über felsiges Gestein, mal durch Wasser und nur kletternd hinauf. Seht selbst:

Dann nach 1 Stunde endlich am Gletscher:

Die Wanderung war echt anstrengend für uns NICHTWANDERER. Einige waren ausgestattet, als würden sie auf arktische Expedition gehen.
Dann sahen wir auf die Uhr und hatten genau 60 Minuten für den Rückweg. Da haben wir uns aber gesputet, um das Boot 13:40 Uhr zurück zu bekommen. Noch 1 Stunde dort, hielten wir nicht für lohnenswert, noch dazu sind wir noch nicht einen Kilometer weiter in Richtung Trondheim gefahren. Es war eher das Gegenteil, wieder Richtung Narvik und dann mussten wir mehrfach Maut bezahlen.

Mir graut schon vor der Kreditkartenabrechnung. Ich habe voll den Überblick verloren.
Dann haben wir in Mo i Rana noch im Supermarkt eingekauft und getankt und sind aufgebrochen nach Mosjøen, einer gemütlichen Kleinstadt (13.500 Einwohner) mit ca. 100 historischen Holzhäusern. Hier befindet sich das älteste Hotel „Fru Hugans“ von Nordnorwegen aus dem Jahr 1797. http://www.fruhaugans.no. Wir waren so damit beschäftigt einen Geldautomaten zu finden, dass wir von der Stadt leider nicht viel gesehen haben. In Schweden gabe es an jeder Ecke einen Bankomat, wo man Geld abheben kann. In Norwegen ist das echt schwierig. Wir mussten ziemlich lange suchen, bis wir eine „Minibank“ gefunden haben.

Der Campinglpatz war leicht zu finden. Direkt an der E 6, wir stehen nur 60 m von der Hauptstraße entfernt. Mal sehen, wie die Nacht wird. Mosjøen Camping AS, 255 NOk für den Bulli, 40 NOK Strom, 18 NOK für 3 Minuten Duschen jeder. Der Platz ist ziemlich voll. Wir mussten ein bisschen suchen nach dem für uns optimalen Platz:

0507082

Leider ist der Platz auch ziemlich mager ausgestattet, nur sehr wenige Duschen für so viele Camper und in der Küche ist auch kein zusätzliches Equipment zu finden. Wir haben 2 Bikern Pfanne und Teller zum Essen zubereiten geliehen. Das WLAN ist wieder katastrophal. Mal schauen, ob ich alles über meinen Hotspot hochgeladen bekomme. Bei uns gab es heute Würstchen und Kartoffelsalat und Wein und Wodka.

Gefahren: 153 km, mit durchschnittlich 58 km/h (Die Straßen waren zwar ganz gut heute, aber voran gekommen sind wir dennoch nicht.)
Insgesamt: 3968 km

15. Tag
Donnerstag, 06.07.2017 von Mosjøen nach Malvik, 13 km vor Trondheim

Erstaunlicher Weise haben wir beide keinen Muskelkater von unserer Wanderung am Vortag.

Die sanitären Einrichtungen waren ziemlich widerlich. Wir haben eine Duschkarte bekommen, die man in die Dusche stecken muss zum Duschen. Normal geht die Dusche dann sofort an. Bei mir ging sie natürlich nicht an und ich habe die Karten 2 x wieder raus und rein gesteckt, bis ich auf die Idee kam, vielleicht ist der Hahn zugedreht. Und so war es, nur ich hatte nur noch 30 Sekunden zum Haare waschen und Duschen übrig. Das war echt sportlich. Dieser Platz ist absolut nicht empfehlenswert. Hoffentlich bekomme ich kein Herpes.

Gegen 10 Uhr ziehen wir weiter, mit dem Ziel so nah wie möglich an Trondheim heran zu fahren (ca. 390 km). Kaum sind wir los, regnet es. Uns egal, wir wollen ja nur Strecke machen.

Einen kurzen Halt machen wir an dem Wasserfall Lakforsen. Der imposante Wasserfall führt eine Wassermenge von ganzen 700 m³ pro Sekunde und die Fallhöhe beträgt rund 17 Meter.

Nach 252 km verlassen wir Nordland und kommen nach Trondelang.

0607004

Die Fahrt insgesamt war sehr eintönig, zwischenzeitlich sehr langsam. Es gab nur wenige sehenswerte Attraktionen.

Gegen 17 Uhr waren wir dann in Malvik, Storsand Gard Camping AS, Preis pro Nacht 340 NOK. Der Platz ist relaiv groß und voll. Die sanitären Einrichtungen gehen so. Duschen kostet 10 NOK extra als Coins. Leider gibt es hier Flugverkehr und die Straße ist auch zu hören und die Eisenbahn fährt auch nur ca. 50 m von uns entfernt. Aber egal, wir werden schon schlafen. Nach einem kleinen Rundgang auf dem Platz, haben wir festgestellt, dass es wunderschöne Plätze am Wasser gibt. Wir waren mal wieder zu schnell mit dem Hinstellen. Egal, eine Nacht ist okay.

Gefahren: 426 km, mit durchschnittlich 59 km/h, 1715 km seit Nordkap
Insgesamt: 4394 km

So sah es um 23:00 Uhr auf dem Platz aus:

und so noch um 1:30 Uhr:
0607029
P.S.: Torsten und ich hängen jetzt schon 15 Tage und Nächte auf engstem Raum zusammen. Noch fliegen keine Fetzen und wir reisen auch noch zusammen. Ich hoffe, es bleibt so. 😉

16. Tag
Freitag, 07.07.2017 von Malvik, über Trondheim nach Dovroskogen an der E 6

Die Nacht auf diesem großen Campingplatz bei Trondheim war nicht so berauschend, aber zumindest haben wir ein paar Stunden geschlafen. Auf allen Plätzen schien morgens die Sonne – nur nicht in unserer Reihe – das war deprimierend. Erst bei Abfahrt war die Sonne auf unserem Platz. Wir müssen unbedingt vor dem Hinstellen darauf achten, wo die Sonne steht und wo sie wieder aufgeht.

Gegen 10 Uhr sind wir direkt in die Innenstadt von Trondheim gefahren. Eine wunderschöne Stadt. Hier liegen Bahnhof und Hafen direkt nebeneinander und direkt im Zentrum. Wir haben auch problemlos einen Parkplatz in einer kleinen Seitenstraße gefunden. Ein Einheimischer hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass es ganz wichtig ist ein Parkticket zu ziehen. Besonders auf die Touristen wird geachtet. Hier durfte man nur insgesamt 3 Stunden stehen. Dafür musste man die Kreditkarte reinstecken, die Zeit auswählen. Ruckzuck sind 100 NOK weg für 3 h (10 €). Egal, wir sind im Urlaub.

Wenige Meter weiter waren wir direkt in der City. Wir ließen uns einfach treiben und kamen ganz schnell zu den touristischen Attraktionen.

Wir besuchten eine Kirche mit einem Kaffee, in dem jeder willkommen ist und zu Essen und Trinken bekommen kann. Jeder gibt was er kann. „rom for alle“:

Trondheim war die erste Hauptstadt Norwegens. Die Stadt liegt in einer Bucht des Trondheimfjords.
Ich durfte heute wieder ein bisschen Kultur erleben. Ich bin in das Norwegische Kunstindustriemuseum (100 NOK Eintritt) gegangen. Es ist sehr interessant, mit super schönen Objekten. Einige zeige ich euch hier:

Ganz zentral befindet sich der Nidaros-Dom, die großartigste Kathedrale Skandinaviens. Noch immer werden hier die Könige des Landes gekrönt.

Weitere Impressionen der Stadt:

Gegen 14 Uhr fuhren wir dann weiter auf der E 6, wie immer sehr langsam, immer in Richtung Oslo. Einen Teil der Fahrt habe ich wieder verschlafen… Irgendwann ging es schleichend immer steiler nach oben und wir waren wieder in der Kälte, ohne Vegetation, in einem Nationalpark Dovrefjel (lt. Karte 1713 m hoch der höchste Berg).

Gegen 17 Uhr erreichten wir einen sehr kleinen, niedlichen familiärgeführten Platz. Hier checkten wir ein für 240 NOK inkl. Strom. Alles recht einfach, aber total liebevoll gemacht und vor allem sauber. Wir sind zwar wieder direkt an der E 6, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an die rauschende Straße.

Gefahren: 235 km, mit durchschnittlich 59 km/h, 1950 km seit Nordkap
Insgesamt: 4394 km

17. Tag
Samstag, 08.07.2017 von Dovroskogen bis Hoegevarde Hytte (950 m hoch)

Die ganze Nacht hat es geregnet und am Morgen hat es hat auch noch geregnet. Schaut selber, der Platz stand unter Wasser. Aber egal, wir packen zusammen und auf gehts weiter auf der E 6 Richtung Lillehammer/Oslo zu Ann-Kristin und Tore auf ihre „Hütte“ hoch in die Berge.

Wir haben die kürzeste Strecke ausgewählt, aber auch die Steilste. Unser Bulli ist ganz schon ins Schwitzen gekommen (der Fahrer auch). Wir waren auf 1399 m hoch. Dort war kaum noch Vegetation, ein Nationalpark und am Straßenrand standen große Holzstangen, damit der Schneeschieber im Winter weiß, welche Spur er halten muss. Unglaublich hoch, bestimmt 3 – 4 m.